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Myelomzentrum Heidelberg

Das Myelomzentrum Heidelberg befasst sich als eine der führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet in Deutschland klinisch und wissenschaftlich mit der Verbesserung der Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms. Zahlreiche nationale und internationale Studien werden von uns koordiniert. Diese haben zum Ziel, die Induktions-, Erhaltungs- und Begleittherapie sowie die Diagnostik zu verbessern und darüber hinaus "neue Substanzen"; in der Myelombehandlung zu etablieren.

Durch eine enge, interdisziplinäre Vernetzung mit verschiedenen klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen bildet das Myelomzentrum Heidelberg einen Forschungs- und Behandlungsschwerpunkt von internationaler Bedeutung auf dem Heidelberger Campus.

Das Myelomzentrum Heidelberg umfasst die Sektion Multiples Myelom, in der die Patientenversorgung sowie die translationale Myelomforschung am Standort Heidelberg gebündelt sind, sowie den neugeschaffenen Bereich „GMMG-Studiengruppe am Universitätsklinikum Heidelberg“, der die Aktivitäten der klinischen Studiengruppe und deren operative Einheiten zusammenfasst.

Seit dem 01. Oktober 2022 leitet Prof. Marc-Steffen Raab die Sektion Multiples Myelom. Prof. Hartmut Goldschmidt fokussiert sich seit diesem Zeitpunkt auf den Bereich der GMMG-Studiengruppe. Beide arbeiten weiterhin eng zusammen und verfolgen gemeinsam das Ziel der Weiterentwicklung des Myelomzentrums Heidelberg.

Dietmar Hopp Stiftung sagt Förderung des Heidelberger Myelomzentrums für weitere fünf Jahre zu: Mit rund 12,5 Millionen Euro und einer Erweiterung von Biobank und Patientenregister soll der Knochenmarkkrebs Multiples Myelom bei Patienten präziser klassifiziert und es sollen individuelle Therapien gefunden werden.

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José Carreras-Leukämie-Stiftung fördert im Rahmen des Schwerpunkt-Programms „Zielgerichtete zelluläre Immuntherapien“ das Projekt Krebsspezifische Immunzellen für die Therapie nachbauen von Dr. Friedrich aus der Sektion Multiples Myelom an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). (https://carreras-stiftung.de/pressemitteilungen/foerderung-innovative-forschungsprojekte- heidelberg/)

Tirier SM, Mallm JP, Steiger S, Poos AM, Awwad MHS, Giesen N, Casiraghi N, Susak H, Bauer K, Baumann A, John L, Seckinger A, Hose D, Müller-Tidow C, Goldschmidt H, Stegle O, Hundemer M, Weinhold N, Raab MS, Rippe K. Subclone-specific microenvironmental impact and drug response in refractory multiple myeloma revealed by single-cell transcriptomics. Nat Commun. 2021 Nov 29;12(1):6960. doi: 10.1038/s41467-021-26951-z

Giesen N, Paramasivam N, Toprak UH, Huebschmann D, Xu J, Uhrig S, Samur M, Bähr S, Fröhlich M, Mughal SS, Mai EK, Jauch A, Müller-Tidow C, Brors B, Munshi N, Goldschmidt H, Weinhold N, Schlesner M, Raab MS. Comprehensive genomic analysis of refractory multiple myeloma reveals a complex mutational landscape associated with drug resistance and novel therapeutic vulnerabilities. Haematologica. 2022 Aug 1;107(8):1891-1901. doi:10.3324/haematol.2021.279360.PMID: 35045690

Die BIRMA-Studie ist die erste prospektive klinische Studie, die den therapeutischen Nutzen einer Behandlung mit dem hoch selektiven RAF-Kinase-Inhibitor Encorafenib (LGX818) und dem MEK-Inhibitor Binimetinib (MEK162) bei Patienten mit refraktärem Multiplen Myelom und Nachweis einer BRAFV600E Mutation untersucht hat. Patienten mit dieser Mutation sind von einer klinisch aggressiven Form des Multiplen Myeloms betroffen und weisen häufig extramedulläre Myelomherde auf, die mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert sind.  Mehr als 80% dieser schwierig zu behandelnden Patienten zeigten ein, teilweise langanhaltendes, Ansprechen der Erkrankung. Somit ist eine kombinierte BRAF/MEK Inhibition die erste molekulare Therapiestrategie beim Multiplen Myelom, deren Wirksamkeit in einer prospektiven Studie gezeigt werden konnte.

Giesen N, Chatterjee M, Scheid C, Poos AM, Besemer B, Miah K, Benner A, Becker N, Moehler T, Metzler I, Khandanpour C, Seidel-Glaetzer A, Trautmann-Grill K, Kortüm KM, Müller-Tidow C, Mechtersheimer G, Goeppert B, Stenzinger A, Weinhold N, Goldschmidt H, Weisel KC, Raab MS. A phase II clinical trial of combined BRAF/MEK inhibition for BRAFV600E-mutated multiple myeloma. Blood. 2023 Jan 6:blood.2022017789. doi: 10.1182/blood.2022017789. Online ahead of print. PMID: 36608320

Ein großer Schritt Richtung Heilung der Myelomerkrankung sind die sehr vielversprechenden ersten Ergebnisse der GMMG HD7 Studie, welche im November 2022 in Lancet Haematology erschienen sind. 50,1 % der Patienten, die mit dem hochwirksamen monoklonalen anti-CD38-Antikörper Isatuximab im Rahmen eines Hochdosiskonzepts behandelt wurden, erzielten nach 18 Wochen Therapie eine MRD-Negativität im Knochenmark (im Gegensatz zu 35,6 % der Patienten, die mit RVd alleine behandelt wurden). Die MRD-Raten wurden mittels Durchflusszytometrie (Next generation flow, NGF) bis zu einem Sensitivitätslevel von 10-5 bestimmt. Diese Ergebnisse sind klinisch hochrelevant insofern ein tieferes Ansprechen früh in der Therapie der Erkrankung sich in längere Phasen von krankheitsfreien Zeiten (PFS, progression free survival) übersetzen lässt.

Goldschmidt H, Mai EK, ..., Weisel KC: Addition of isatuximab to lenalidomide, bortezomib, and dexamethasone as induction therapy for newly diagnosed, transplantation-eligible patients with multiple myeloma (GMMG-HD7): part 1 of an open-label, multicentre, randomised, active-controlled, phase 3 trial. Lancet Haematol 2022

Erste vollständige Analyse der Erbgut-Variationen bei mehr als 1.600 Patienten mit Multiplem Myelom / Wissenschaftler aus London und Heidelberg veröffentlichen in Nature Genetics

 Veränderungen an zwei bestimmten Stellen im Erbgut erhöhen das Risiko, an einem seltenen Knochenmarkkrebs, dem Multiplem Myelom, zu erkranken: Erstmals haben Wissenschaftler aus London und Heidelberg bei mehr als 1.600 Betroffenen genomweit nach charakteristischen Veränderungen gesucht und dabei genetische Risikofaktoren entdeckt. „Das gibt uns die ersten konkreten Hinweise auf molekulare Prozesse innerhalb der Knochenmarkzellen, die bei der Entstehung des Multiplen Myeloms eine Rolle spielen könnten“, erklärt Dr. Niels Weinhold von der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, der in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Kari Hemminki vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) das Screening der deutschen Patientenproben koordinierte.

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Die GMMG-HD10 Studie ist die erste gemeinsame Studie mit der Deutschen Studiengruppe Multiples Myelom. In dieser Phase II-Studie wird die Sicherheit und Wirksamkeit von Teclistamab (eines bispezifischen Antikörpers gegen BCMAxCD3) in Kombination mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason mit und ohne Bortezomib in der Erstlinientherapie bei transplantationsgeeigneten Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom bewertet. Ansprechpartner zur Studie finden Sie hier: www.gmmg.info