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Klinische Studien bei neuroonkologischen Erkrankungen

Die Abteilung für Neurologie und Poliklinik bietet in Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie, den Abteilungen für Neuroradiologie, Neuropathologie und Strahlentherapie sowie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen die Teilnahme an multizentrischen, nationalen und internationalen Therapiestudien für eine Reihe von Hirntumoren an. Diese Therapiestudien haben eine Verbesserung der Hirntumortherapie zum Ziel und werden durch unsere Abteilung, die neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft (NOA), die Europäische Gesellschaft zur Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen (EORTC), Pharmafirmen und/oder andere nationale Studienzentren koordiniert. Zu Einzelheiten der jeweiligen Therapiestudien können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

 

Folgende klinische Studien werden aktuell angeboten:

Schwerpunkt Neuroonkologie
Indikation Rezidivierte/progrediente WHO grade II-IV IDH1R132H mutated gliomas
Kurztitel NOA-21/AMPLIFY NEOVAC
Studientitel Multizentrische, prospektive, offene, randomisierte dreiarmige Phase I Studie zur Behandlung von Patienten mit erstem oder zweitem Rezidiv bei IDH mutiertem Astrozytom WHO°II, III und IV ohne 1p/19q Co-Deletion. (AMPLIFYing NEOepitope-specific VACcine). Studie rekrutiert Patienten
Kurzbeschreibung

Die NOA-21 / AMPLIFY-NEOVAC Studie vergleicht in einem multizentrischen offenen, randomisierten Phase I-Design die Sicherheit und Immunogenität der mutationsspezifischen IDH1-Peptidvakzine aus der NOA-16-Studie in Kombination mit einer Checkpoint-Inhibition mit Avelumab mit einer alleinigen Avelumab-Therapie und einer alleinigen IDH1-Peptidvakzine bei Patienten mit bildgebendem Rezidiv eines diffusen Glioms mit IDH1R132H-Mutation, ohne 1p/19q-Kodeletion bzw. mit Verlust der ATRX-Expression und einer Indikation für eine Resektion. 

Die Patienten erhalten zunächst 3 Peptidvakzinierungen (Arm 1), 3 Peptidvakzinierungen gemeinsam mit 3 Avelumab-Infusionen (Arm 2) oder 3 Avelumab-Infusionen (Arm 3) über einen Zeitraum von 6 Wochen, bevor die geplante Re-Resektion erfolgt. Das Tumorgewebe wird umfangreich immunologisch und molekulargenetisch klassifiziert. Postoperativ wird die Immuntherapie der einzelnen Behandlungsarme bis zum Tumorprogress fortgesetzt.
Phase Phase I
EudraCT-Number 20147000587-15
Status Offen, die Rekrutierung läuft.
Kontakt

PD Dr. Antje Wick

Telefon: +49 6221 56 7107           

antje.wick@med.uni-heidelberg.de

Schwerpunkt Neuroonkologie
Indikation Operables Rezidiv eines Glioblastoms
Kurztitel VXM01-AVE-04-INT
Studientitel Oraler Impfstoff gegen den VEGF-Rezeptor und dem Checkpointinhibitor Avelumab für Patienten mit progredienter Erkrankung eines Glioblastom
Kurzbeschreibung

VXM01 ist eine orale T-Zell-Immuntherapie, die dazu entwickelt wurde, T-Zellen zu aktivieren, die die Tumorgefäße angreifen und bei verschiedenen Tumorarten die Krebszellen direkt attackieren. Sie basiert auf einem abgeschwächten, sicheren, oral verabreichten bakteriellen Impfstamm, der so modifiziert wurde, dass er den Vascular Endothelial Growth Factor Receptor-2 (VEGFR2) als Zielgen trägt. VXM01 stimuliert das Immunsystem des Patienten zur Aktivierung VEGFR2-spezifischer, zytotoxischer T-Zellen (so genannter Killer-Zellen). Diese Killer-Zellen wiederum zerstören aktiv die Zellen des Tumor-Gefäßsystems, was zur verstärkten Infiltration verschiedener Immunzellen in den Tumor führt. In präklinischen Studien zeigte ein analoger VXM01 Impfstoff breite Anti-Tumoraktivität bei unterschiedlichen Tumorarten. Diese Aktivität war mit einer VEGFR-2-spezifischen T-Zell-Antwort verbunden und korrelierte mit der Zerstörung des Tumor-Gefäßsystems und einer erhöhten Immunzellinfiltration. Eine doppelt-verblindete, randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-I-Studie mit 71 Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs bestätigte gute Sicherheit und Verträglichkeit von VXM01 und demonstrierte außerdem eine Aktivierung von VEGFR-2-spezifischen, zytotoxischen T-Zellen, was mit einer signifikant verbesserten Überlebensrate einherging. 

In der ersten VXM01-Studie bei Patienten mit Rezidiv eines Glioblastoms war die Impfung alleine sicher und bei einigen Patienten offenbar auch effektiv (Wick et al. ASCO 2017). In der jetzigen VXM01-AVE Studie werden Patienten mit einem Glioblastomrezidiv mit einem oralen Impfstoff gegen den human Vascular Endothelial Growth Factor-Receptor 2 (VEGFR-2) sowie dem Checkpointinhibitor Avelumab (monoklonaler anti-PD-L1-Antikörper) vor einer geplanten Rezidivoperation behandelt. Aus dem anschließend im Rahmen der Operation entnommenen Gewebe sollen wichtige Informationen über die Reaktion des körpereigenen Immunsystems gegen den Tumor sowie die Wirkweise der Therapien gewonnen werden. Ziel der Studie ist es, die Sicherheit und Durchführbarkeit dieser Immuntherapien zu untersuchen und Hinweise auf immunologische Reaktionen und Wirksamkeit zu gewinnen.
Phase Phase I/II
EudraCT-Number 2017-003076-31
Status Offen, die Rekrutierung läuft.
Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Wick

Telefon: +49 6221 56 7107

wolfgang.wick@med.uni-heidelberg.de

Schwerpunkt Neuroonkologie
Indikation 8-armige Umbrellastudie für Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom ohne MGMT Promotermethylierung
Kurztitel N2M2/NOA-20
Studientitel Multizentrische, prospektive, offene, Phase I/II klinische Umbrella-Studie. Identifizierung einer personalisierten Therapieoption für Patienten mit Glioblastom mit nicht methyliertem MGMT Promoter. Studie rekrutiert Patienten.
Kurzbeschreibung

Die zunehmende Individualisierung der Krebstherapie spiegelt sich auch in den klinischen Studien durch neue Studienkonzepte wie Umbrella- oder Basket-Studien wider. Während bei Basket-Studien Patienten mit unterschiedlichen Tumorindikationen aber gleicher genetischer Alteration in einem gemeinsamen Protokoll behandelt werden, werden bei Umbrella-Studien Patienten einer Tumorindikation auf unterschiedliche Alterationen untersucht, für die dann verschiedene zielgerichtete Therapien angeboten werden.

Im Rahmen einer Pilotstudie konnte die Durchführbarkeit der Studie bereits gezeigt werden (Pfaff E. et al., Neuro Oncol, 2017). Bei Patienten mit MGMT unmethylierten Glioblastomen erfolgt eine aufwändige molekulargenetische Charakterisierung des Tumors. Anhand der molekularen Veränderungen wird für den Patienten aus 8 verschiedenen Biomarker-gestützten Studienarmen eine personalisierte, zielgerichtete Therapie parallel zur Bestrahlung im Rahmen der Primärtherapie durchgeführt.
Phase Phase I/II
EudraCT-Number 2015-002752-27
Status Offen, die Rekrutierung läuft
Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Wick/PD Dr. Antje Wick

Telefon: +49 6221 56 7107

wolfgang.wick@med.uni-heidelberg.de/antje.wick@med.uni-heidelberg.de

Schwerpunkt Neuroonkologie
Indikation Neu diagnostiziertes Glioblastom
Kurztitel EORTC 1709
Studientitel Phase III Studie zu Marizomib in Kombination mit der Standard Temozolomide-basierten Radiochemotherapie versus der Standard Temozolomide-basierten Radiochemotherapie allein bei Patienten mit neu diagnostizierten Gioblastomen
Kurzbeschreibung In dieser Phase III Studie wird die Wirksamkeit des Proteasominhibitors Marizomib in Verbindung mit der leitliniengerechten Radiochemotherapie mit Temozolomid in der Primärsituation bei Patienten mit einem Glioblastom untersucht. Marizomib wurde bereits im Rahmen einer Phase I und II klinischen Studie an Patienten mit neu diagnostizierten und rezidivierten Glioblastom untersucht (NCT02330562). Basierend auf den Beobachtungen erfolgte die Initiierung einer Phase I/II klinische Studie, welche die Therapie mit Marizomib in Kombination mit kombinierter Radiochemotherapie und nachfolgender adjuvanter Chemotherapie mit Temozolomid gemäß Leitlinien gegenüber der ausschließlichen Therapie nach Leitlinien untersucht. Die Sicherheit und Verträglichkeit dieses Therapieansatzes wurde gezeigt, so dass in einer größeren klinischen Phase III Studie nun der therapeutische Nutzen für das progressionsfreie Intervall und das Gesamtüberleben ermittelt werden soll.
Phase Phase III
EudraCT-Number 2017-003908-50
Status Offen, die Rekrutierung läuft
Kontakt

PD Dr. Antje Wick

Telefon: +49 6221 56 7504

antje.wick@med.uni-heidelberg.de

Schwerpunkt Neuroonkologie
Indikation Forschungsinitiative für eine Studie zum Langzeitüberleben von Patienten mit Glioblastomen
Kurztitel BTFC Projekt
Studientitel Langzeitüberleben mit Glioblastom
Kurzbeschreibung Klinische, bildgebende und molekulare Basisinformationn warden gesammeltund mit einem längeren Überleben (> 5Jahre) bei Diagnose eines Glioblastoms in Verbindung gebracht. Es handelt sich nicht um eine interventionelle Studie.
Phase Reine Beobachtungsstudie
EudraCT-Number n.a.
Status Offen, die Rekrutierung läuft
Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Wick

Telefon: +49 6221 56 7107

wolfgang.wick@med.uni-heidelberg.de

[Letzte Änderung 18.12.2019, DA]