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Arbeitsgruppe Neuroinflammation

Allgemeines

Nachdem die Bedeutung von Neurodegeneration bei der multiplen Sklerose (MS) viele Jahrzehnte unterschaetzt wurde, gilt sie inzwischen als das strukturelle Korrelat der bleibenden neurologischen Behinderung. Dabei bestimmt das Ausmaß neurodegenerativer Veränderungen den Zeitpunkt des Übergangs in die sekundär chronisch progrediente Verlaufsform der Erkrankung. Sämtliche zur Verfügung stehende Therapien der MS sind jedoch auf entzündliche Komponenten gerichtet und die dadurch erreichte sekundäre Neuroprotektion bleibt deutlich hinter den Erwartungen. Keine der zugelassenen immunmodulatorischen oder immunsuppressiven Therapien führt zu einer wesentlichen Verminderung der langfristigen Behinderung. Primär neuroprotektive Therapieansätze existieren nicht.

Zur Untersuchung der Mechanismen der Neurodegeneration nutzen wir Modelle der MS. Das Modell der experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis, welches durch Immunisierung mit Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein ausgelöst wird, manifestiert sich u.a. durch einen entzündlichen Befall des Sehnerven. Dieser Sehnervenbefall ist charakterisiert durch Immunzell-Infiltration und Demyelinisierung, führt jedoch auch zu einem Zelltod von retinalen Ganglienzellen (RGZ), den Neuronen, deren Axone den Sehnerven bilden. Zusätzlich zur Degeneration von RGZ in manifesten Krankheitsstadien als Folge der entzündlich bedingten axonalen Schädigung zeigt sich eine Degeneration von RGZ in frühen, prä-klinischen Phasen. Dieser frühen Neurodegeneration liegen möglicherweise Mechanismen zugrunde, die in der Retina selbst oder im Sehnervenkopf liegen und mit einer lokalen Schwäche der Blut-Hirnschranke oder Blut-Retina-Schranke zusammenhängen. Diese Befunde könnten auch hilfreich sein, Mechanismen der Myelin-unabhängigen Neurodegeneration in normal erscheinender weißer Substanz oder kortikalen MS-Läsionen besser zu verstehen.In unserer Arbeitsgruppe haben wir ein Spektrum von Methoden etabliert, welches elektrophysiologische und histopathologische Techniken beinhaltet, außerdem Magnetresonanztomographie und Kalzium-Imaging. Unser langfristiges Ziel besteht im Transfer von prä-klinischen Daten in klinische Studien zur Neuroprotektion bei der MS. Nachdem z. B. experimentelle Studien in Modellen der MS und autoimmunen Sehnerventzündung eine neuroprotektive Wirksamkeit von Erythropoietin als Begleit-Therapie zu Methylprednisolon gezeigt hatten, haben wir diese Behandlung nun in einer doppel-blinden, Plazebo-kontrollierten Phase II-Studie an Patienten mit akuter Optikusneuritis gestestet. Dabei zeigte sich eine Protektion von RGZ sowie eine Verbesserung von funktionellen Parametern des Sehvermögens.

Wiss. Mitarbeiter/-innen

  • Richard Fairless, PhD

  • Sarah Williams, PhD

Doktoranden/-innen

  • Jovana Bojcevski

  • Aleksandar Stojic

Bio.-Techn. Assistentin

  • Marka Dienes

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