Newsroom Events Medizin am Abend 2017 39. Durchblick: Wie der...

Durchblick: Wie der Radiologe aus Bildern Wissen macht

Ein Röntgen- oder MRT-Bild allein macht noch keine Diagnose – je nach Erkrankung benötigt es dazu neben umfassendem medizinischem Wissen eine Menge technisches Knowhow und einen guten Blick für die Bewertung der Bilder. Für welche Aspekte in der Patientenversorgung Radiologen zuständig sind, erläutert Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor bei Medizin am Abend am 28. Juni 2017.

Auch wenn Onkologe, Chirurg, Internist oder Orthopäde die jeweils ersten Ansprechpartner des Patienten sind - Radiologen sind bei Diagnose, Therapieplanung und -kontrolle in der Regel mit von der Partie. Die Erkrankung sichtbar zu machen, ist dabei aber nur eine ihrer Aufgaben. "Ohne Radiologen gäbe es häufig keine Diagnose", so Prof. Dr. Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Was es zwischen einfachem Röntgenbild und dreidimensionaler Tumor­rekonstruktion, Technikfragen und medizinischem Detailwissen, Strahlenschutz und Bildqualität alles zu beachten gilt, wird er am Mittwoch, 28. Juni 2017, bei Medizin am Abend vorstellen. Das Publikum erfährt außerdem, warum Radiologen, anders als man vielleicht denken mag, im Interesse des Patienten nicht das "schönste", sondern das am besten geeignete Bild zum Ziel haben. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400. Universitätsklinikum und Rhein-Neckar-Zeitung laden alle Interessierten herzlich ein.

 Ob chronische Lungenerkrankung, Zyste in der Leber, Aortenerweiterung, Prostatakrebs oder Knochenmetastasen - für eine korrekte Diagnose sind die behandelnden Ärzte nicht nur auf moderne bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computer- (CT) oder Magnet­resonanz­tomographie (MRT) angewiesen, sondern auch auf die Spezialisten, die die resultierenden Bilddaten aufarbeiten und interpretieren können: die Radiologen. Um das leisten zu können, deckt das radiologische Wissen alle Bereiche des Körpers ab. Dazu gehört eine gute Orientierung in den anatomischen Strukturen, wie sie sich im Bild darstellen, und die Fähigkeit normale Abweichungen von krankhaften Veränderungen zu unterscheiden. "Das können andere Disziplinen in dieser Breite nicht leisten, da sie viel stärker auf einzelne Organsysteme spezialisiert sind", so Kauczor. Darüber hinaus müssen Radiologen im Vorfeld der Untersuchung das richtige Verfahren für die jeweilige Fragestellung auswählen, sowohl in Bezug auf erforderliche Bildgenauigkeit, Strahlenschutz als auch Wirtschaftlichkeit.

"Nur weil wir die Möglichkeit zu hochauflösender, dreidimensionaler Bildgebung haben, heißt das nicht, dass sie auch immer benötigt wird. Solange es für die Diagnose ausreicht, ist für den Patienten eine kurze CT mit niedriger Strahlendosis deutlich schonender als eine zweistündige MRT, auch wenn letztere ein viel genaueres Bild liefern würde", erläutert der Radiologe, dessen Team jährlich mehr als 50.000 CT- und MRT-Untersuchungen durchführt. Anders bei Bildern, die als Grundlage für minimal-invasive Präzisionseingriffe dienen: In der Behandlung von Erweiterungen oder Wandrissen der Aorta beispielsweise muss das Gefäß auf den Millimeter genau vermessen werden. Diese Daten sind Voraussetzung für die Herstellung einer exakt sitzenden Gefäßprothese. Für die Planung des Eingriffs werden die Bilddaten dreidimensional rekonstruiert. Der Betrachter kann sich die Aorta des Patienten dann auf dem Bildschirm von innen heraus ansehen und in jede beliebige Richtung drehen. Bei welchen Erkrankungen welches Verfahren zum Einsatz kommt, wird Professor Kauczor bei seinem Vortrag beispielhaft darstellen.

Ebenfalls in die Verantwortung der Radiologen fällt der Strahlenschutz. Es ist an ihnen, für jede Fragestellung eine angemessene Strahlenbelastung zu ermitteln. Ziel ist es, die jeweils niedrigste Strahlendosis bzw. die kürzeste Untersuchungsdauer zu wählen, die alles Nötige noch ausreichend genau erkennen lässt. Wo Radiologen am Werk sind, können sich die Patienten daher sicher sein, dass sie keiner unnötig hohen Strahlenbelastung ausgesetzt werden - auch oder gerade in einem Zentrum der Maximalversorgung.

Impressionen des Abends

Termin

Mittwoch, 28. Juni19 Uhr
Hörsaal Kopfklinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Eintritt und Parken frei.

Referent

Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor
Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie