Frakturen am Unterarm

Definition der Erkrankung

Knochenbruch eines oder mehrerer Knochen des Unterarms, bei einer Unterarmfraktur brechen Elle und Speiche, bei einer distalen Radiusfraktur ist das körperferne Ende der Speiche und damit häufig das Handgelenk betroffen. Seltenere Verletzungsformen wie die Monteggia- oder die Galeazziverletzung stellen komplexe Kombinationsverletzungen von Elle und Speiche dar.

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Symptome

Symptome von Knochenbrüchen sind Schmerzen, Schwellung und Fehlstellung der Betroffenen Extremität. Manchmal entstehen dadurch Nervenausfälle.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Verletzungen des Unterarms und Handgelenks sind Stürze direkt auf die betroffene Extremität. Begünstigt wird das Auftreten eines Knochenbruchs durch eine vorbestehende Osteoporose. Der körperferne Speichenbruch ist der häufigste Bruch des erwachsenen Menschen. Bei Kindern treten am Unterarm häufig inkomplette Bruchformen wie Wulstbrüche oder sogenannte Grünholzfrakturen auf.

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen gestellt. Bei komplexen Brüchen oder Beteiligung der Gelenkfläche kann zusätzlich eine Computertomographie durchgeführt werden.

Krankheitsverlauf

Ziel der Behandlung ist es die volle Funktionsfähigkeit der betroffenen Extremität wieder herzustellen. Bei optimaler Behandlung heilen einfache Knochenbrüche am Unterarm innerhalb von 6-12 Wochen (bei Kindern 4-8 Wochen) aus. Eine Alltagsfunktion ist in der Regel nach 6-10 Wochen gegeben. Sportliche Belastungen sind bei guter Heilung oft nach 3-4 Monaten möglich. Offene Brüche und stark verschobene Brüche haben ein großes Infektrisiko und heilen oft auch bei optimaler Therapie langsamer oder gar nicht (Pseudarthrose). In diesen Fällen können oft mehrere Operationen notwendig sein und die Behandlung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Folgeerkrankungen

Knochenbrüche mit Beteiligung der Gelenkfläche führen auch bei optimaler Behandlung oft zu einem Verschleiß (Arthrose) des betroffenen Gelenks. Die Arthrose kann auch viele Jahre nach der Verletzung auftreten und eine erneute Behandlung erforderlich machen.

Ablauf der Behandlung

Einfache, nicht verschobene Knochenbrüche können oft konservativ, also ohne Operation, behandelt werden. Dabei wird die betroffene Extremität mit ihren angrenzenden Gelenken in der Regel für ca. 6 Wochen (bei Kindern kürzer) im Gips ruhiggestellt.

Komplexere Verletzungen und verschobene Knochenbrüche sollten in der Regel operativ behandelt werden. Der Zeitpunkt der Operation hängt dabei von der Art des Knochenbruchs und dem begleitenden Gewebeschaden ab. Wenig verschobene Knochenbrüche können zunächst eingegipst werden und nach Erholung der Weichteile innerhalb der ersten Tage nach dem Unfall versorgt werden. Dabei kommen gewebeschonende Operationstechniken und moderne Implantate zum Einsatz. Die frühzeitige Funktionswiederherstellung der betroffenen Extremität zählt zu den großen Vorteilen der operativen Versorgung.

Grob verschobene und offene Knochenbrüche erfordern aufgrund des begleitenden Gewebeschadens oft mehrschrittige Operationsverfahren mit initialer Stellung im äußeren Festhalter (Fixateur externe) und sekundärer interner Stabilisierung mittels Schrauben, Drähten und Platten.

Kindliche Schaftbrüche von Speiche oder Elle werden in der Regel minimal-invasiv mit elastischen Titandrähten stabilisiert (ESIN = elastisch-stabile intramedulläre Nagelung, TEN = Titan-elastischer Nagel).

Mögliche Komplikationen / Risiken

Knochenbrüche im Schaftbereich beinhalten auch bei idealer Behandlung das Risiko einer Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Offene Knochenbrüche haben immer ein sehr hohes Infektionsrisiko. Brüche im Gelenkbereich begünstigen auch bei optimaler Behandlung die Entwicklung einer Arthrose im betroffenen Gelenk.

Nachsorge

Einfache Knochenbrüche ohne operative Therapie werden ambulant behandelt. Dabei sind regelmäßige Röntgenkontrollen erforderlich. Im Anschluss an eine Operation erfolgt in der Regel eine stationäre Behandlung, deren Dauer von der Art der Verletzung abhängt. Spezielle Schienen, die in unserer eigenen Werkstatt (Technische Orthopädie) angepasst werden, ermöglichen eine direkte Beübung nach der Operation.

Das zeichnet uns aus

Kompetente Behandlung auf dem neuesten Stand der Medizin, Verwendung von modernen Operationstechniken und Spezialimplantaten. Das gesamte Spektrum der Verletzungen der oberen Extremität wie auch die Behandlung von unerwünschten Komplikationen und Folgeerkrankungen können in unserer Klink angeboten werden.

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier