Stabsstelle Krisen- und Katastrophenmanagement
Die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenmanagement koordiniert klinikweit die Entwicklung und Aktualisierung von Konzepten der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung, die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden sowie die Durchführung von externen Auditierungen. Innerhalb des UKHD fungiert die Stabsstelle damit als Ansprechpartner und Koordinator für Inhalte des medizinischen und technischen Katastrophenschutzes und hat die Verantwortung der übergeordneten Rahmenkonzepte inne. Sie übernimmt planerische und organisatorische Funktionen der Krankenhauseinsatzleitung und ist mit der Durchführung von Übungen betraut und ist dem Vorstand des Klinikums direkt unterstellt.
Nach Außen fördert die Stabsstelle durch Forschung, die wissenschaftliche Präsenz der KAEP deutschlandweit und steht hierfür im engen Austausch mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Krankenhaus Einsatzplanung (DAKEP).
Leiter der Stabsstelle

Stellvertretender Leiter der Stabsstelle

Bereichsleitung operative Krankenhausalarm- und -einsatzplanung
Bereichsleitung Forschung Krisenvorsorge und Resilienz

Projektassistenz


Promotionstudierende
Georg Abel

Beruflicher Hintergrund:
Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zum Rettungsassistenten und arbeitete anschließend knapp fünf Jahre im Rettungsdienst in meiner Heimatregion, der Prignitz. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre (B.Sc.) sowie Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement (M.Sc.) und bin heute bei den städtischen Kliniken Köln als Leiter der Krankenhausalarm- und Einsatzplanung sowie des Krisenmanagements tätig. Darüber hinaus lehre ich im Rahmen von Lehraufträgen zum Thema KAEP und betreue Studierende bei ihren Abschlussarbeiten.
Was ist der Inhalt der Promotion?
Im Zentrum meiner Doktorarbeit steht die Rolle von Krankenhäusern in bewaffneten Konflikten (Krieg). Ziel ist es herauszufinden, welche Resilienzanforderungen ein Krankenhaus erfüllen sollte, um im Bündnis- bzw. Verteidigungsfall auf die Folgen und Auswirkungen kriegerischer Handlungen vorbereitet zu sein. Die Arbeit soll konkrete Handlungsempfehlungen für die Krankenhausalarm- und Einsatzplanung im Kontext des Zivilschutzes liefern.
Warum ist das Thema wichtig?
Die aktuelle geopolitische Lage macht es erforderlich, sich auf außergewöhnliche Szenarien wie bewaffnete Konflikte vorzubereiten. Krankenhäuser, mit all ihren Schnittstellen, benötigen belastbare Szenarien, anhand derer Risiken bewertet und gezielte Maßnahmen zur Vorbereitung und zum Schutz der Kritischen Infrastruktur „Krankenhaus“ ergriffen werden können. Nur ein resilientes Krankenhaus kann in einem bewaffneten Konflikt funktionsfähig bleiben.
Was bedeutet Ihr Thema für Sie persönlich, für die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenschutz sowie für die Katastrophenmedizin?
Seit über 20 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Deutschen Roten Kreuz. In meiner Funktion als Katastrophenschutzbeauftragter für die DRK-Kreisverbände Wuppertal und Solingen stehe ich seit einiger Zeit im Austausch mit den Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr sowie den Gefahrenabwehrbehörden meiner Region – insbesondere zu diesem Themenkomplex. Als Rotkreuzler ist es für mich etwas Besonderes, zu diesem Thema zu forschen, nicht zuletzt, weil das Rote Kreuz weltweit in Krisen- und Kriegsgebieten aktiv ist. Die Doktorarbeit knüpft nahtlos an die bisherigen Forschungsaktivitäten der Stabsstelle zur Resilienz von Krankenhäusern und den Bedrohungen Kritischer Infrastrukturen an. Die Rolle der Katastrophenmedizin in bewaffneten Konflikten erhält durch diese Arbeit eine weitere spannende Facette – insbesondere im Hinblick auf die Funktion und Belastbarkeit von Krankenhäusern unter Extrembedingungen.
Lea Kölsch

Ich studiere Humanmedizin im fünften Jahr an der Universität Maastricht und habe zuvor zwei Jahre Biochemie in Maastricht und Bern studiert. Seit September darf ich mich im Rahmen meiner Promotion an der Universität Heidelberg intensiver mit Krisen- und Katastrophenmedizin befassen. Neben dem Studium bin ich viel in den Bergen unterwegs – Orte, an denen Ruhe, Teamgeist und klare Entscheidungen über Sicherheit und Erfolg bestimmen. Vielleicht erklärt das auch, warum mich die Dynamik der Notfallmedizin so fasziniert: Sie vereint genau diese Eigenschaften: Handeln unter Druck, mit Strategie, Überblick und Verantwortung.
In meiner Dissertation untersuche ich, wie gut Krankenhäuser in Deutschland auf Großschadenslagen vorbereitet sind. Je mehr ich darüber lese, desto begeisterter werde ich: Mich fasziniert, wie Strukturen in Stresssituationen funktionieren und wie sich durchdachte Planung in echte Handlungssicherheit übersetzt, wenn im Ernstfall jede Sekunde zählt. Für die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenschutz liefert meine Arbeit wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Krankenhäuser noch besser auf außergewöhnliche Situationen vorbereitet werden können und wie theoretische Konzepte in praktische Sicherheit überführt werden. So trägt sie zur Weiterentwicklung der Katastrophenmedizin bei.
Franziska Schmitz

Beruflicher Hintergrund:
Unmittelbar nach dem Abitur bin ich meinem Interesse an der Medizin gefolgt und studiere seit Oktober 2021 Humanmedizin an der Universität zu Köln. Seit Sommer 2024 darf ich meine Begeisterung für die Medizin und mein Wissen in den medizinischen Grundlagenfächern als Dozentin an einer Rettungsdienstschule an angehende Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter weitergeben.
Was ist der Inhalt der Promotion?
Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche im Katastrophenschutz stärker sichtbar gemacht und ihre spezifischen Bedürfnisse besser in bestehende Strukturen eingebunden werden können. Dafür untersuche ich, in welchem Umfang sie bislang in die Abläufe bei Schadensereignissen integriert sind, und evaluiere eine Maßnahme, die darauf abzielt, ihre Bedarfe systematischer in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Mein Ziel ist es, einen wissenschaftlichen Beitrag dazu zu leisten, den Katastrophenschutz langfristig kindgerechter zu gestalten.
Warum ist das Thema wichtig?
Kinder und Jugendliche gehören in Krisen und Katastrophen zu den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Obwohl klar ist, dass Kinder keine „kleinen Erwachsenen“ sind und ein anderes Erleben und Empfinden während und nach Schadenslagen haben als Erwachsene, finden ihre spezifischen Bedürfnisse in den bestehenden Strukturen des Katastrophenschutzes bislang nur am Rande und selten systematisch Beachtung. Dabei ist es für einen kindgerechten Katastrophenschutz essenziell, die Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern gezielt in Planung, Vorbereitung und Bewältigung von Katastrophenlagen einzubeziehen.
Was bedeutet Ihr Thema für Sie persönlich, für die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenschutz sowie für die Katastrophenmedizin?
Für mich ist das Thema eine Herzensangelegenheit, weil ich überzeugt bin, dass eine stärkere Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen für einen modernen Katastrophenschutz – sowohl mit Blick auf die Kinder und Jugendlichen als auch auf die vielen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte – unerlässlich ist. Für die wissenschaftliche Arbeit der Stabsstelle Krisen- und Katastrophenschutz eröffnet das Thema neue Perspektiven in einem bislang wenig erforschten Feld. In der Katastrophenmedizin liefert es Impulse, um die (medizinische) Betreuung dieser besonders schutzbedürftigen Gruppe gezielter zu gestalten.
Till Adami

Beruflicher Hintergrund:
Ich habe 2015 Humanmedizin an der Universität Heidelberg begonnen und 2022 abgeschlossen. Seit 2023 arbeite ich als Arzt – zunächst in der Onkologie, aktuell in der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie. In der klinischen Versorgung erlebe ich täglich, wie entscheidend in zeitkritischen Situationen klare Abläufe, verlässliche Informationen und gute Abstimmung sind – Prinzipien, die im Krisen- und Katastrophenmanagement ebenfalls zentral sind.
Was ist der Inhalt der Promotion?
In meiner Dissertation untersuche ich die frühe Phase der COVID-19-Pandemie – die „Chaosphase“, in der weltweit unter hohem Druck in kürzester Zeit sehr viele klinische Studien geplant und gestartet wurden. Ich analysiere die ersten 1000 bei der WHO registrierten COVID-19-Studien und gehe der Frage nach, wie gut diese Forschung in dieser Ausnahmesituation organisiert war: Wie schnell und wo entstanden Studien? Wie transparent und vollständig waren die Registrierungen? Und welche Hinweise gibt es auf Probleme wie redundante Studien, unklare Studiendesigns, Rekrutierungsschwierigkeiten oder eine fehlende Veröffentlichung von Ergebnissen?
Warum ist das Thema wichtig?
In Gesundheitskrisen entscheidet die Qualität der wissenschaftlichen Evidenz mit darüber, ob Maßnahmen wirksam, schnell und verantwortungsvoll umgesetzt werden können. Studienregistrierungen sollen Transparenz schaffen, selektives Berichten reduzieren, Kooperationen erleichtern und unnötige Redundanz vermeiden – dieses Potenzial wird jedoch gerade in Krisen häufig nicht vollständig ausgeschöpft.
Was bedeutet Ihr Thema für Sie persönlich, für die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenmanagement sowie für die Katastrophenmedizin?
Für mich ist das Thema besonders relevant, weil es die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Krisenbewältigung adressiert: Wie gut gelingt es, Forschung in Ausnahmelagen so zu organisieren, dass sie schnell, koordiniert und zuverlässig verwertbare Ergebnisse liefert? Für die Stabsstelle ergeben sich daraus konkrete Impulse, wie klinische Forschung als Teil der Krisenreaktion strategischer geplant werden kann – etwa durch bessere Registerqualität, klarere Priorisierung, stärkere Koordination und eine konsequentere Ergebnisberichterstattung. Damit trägt die Arbeit zur Weiterentwicklung der Katastrophenmedizin bei, indem sie Ansatzpunkte liefert, um „Forschung im Einsatz“ effizienter und resilienter zu machen.
Hanne Schäfer

Beruflicher Hintergrund
Als Bereichsleitung operative Krankenhausalarm- und -Einsatzplanung der Stabsstelle Krisen- und Katastrophenmanagement ist es mein Ziel, durch die Erarbeitung konkreter Handlungsanweisungen und die Schulung der Mitarbeitenden, die Handlungsfähigkeit des UKHD in komplexen Einsatzlagen nachhaltig zu stärken und die Resilienz zu steigern. Meine wissenschaftlichen Kenntnisse (Bachelor: Management in der Gefahrenabwehr; Master: Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement) kombiniere ich mit praktischer Berufserfahrung in der Anästhesie-Pflege und dem Rettungsdienst. Ehrenamtlich engagiere ich mich im Katastrophenschutz und in der humanitären Hilfe.
Was ist der Inhalt der Promotion?
Im Rahmen meiner Promotion untersuche ich, wie Katastrophenschutzübungen im Krankenhaus systematisch und wissenschaftlich fundiert ausgewertet werden können. Ziel ist es, zentrale Parameter der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung zu definieren und zu prüfen, mit welchen Evaluationsmethoden sich diese Parameter am besten erfassen lassen.
Hierfür werden innerklinische Übungen wissenschaftlich begleitet. Auf dieser Grundlage entsteht ein strukturierter Bewertungskatalog, der Krankenhäusern helfen soll, Übungen zielgerichtet auszuwerten und Optimierungsmaßnahmen evidenzbasiert abzuleiten.
Warum ist das Thema wichtig?
Katastrophenschutzübungen sind essenziell, um Krankenhäuser auf Sonderlagen vorzubereiten. Da solche Übungen aufwendig sind und nur selten stattfinden, ist ihre systematische Auswertung von zentraler Bedeutung. Meine Promotion trägt dazu bei, Evaluationsmethoden vergleichbar zu machen und ihre Eignung für unterschiedliche Szenarien zu prüfen. Dadurch können Übungen effizienter genutzt, Schwachstellen gezielter identifiziert und die Resilienz von Krankenhäusern nachhaltig gestärkt werden.
Was bedeutet Ihr Thema für Sie persönlich, für die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenschutz sowie für die Katastrophenmedizin?
Das Thema verbindet Wissenschaft und praktische Umsetzung. Ich möchte dazu beitragen, dass Erfahrungen aus Übungen nicht nur dokumentiert, sondern systematisch ausgewertet werden und zur Optimierung der Resilienz von Krankenhäusern beitragen. Für die Stabsstelle Krisen- und Katastrophenmanagement schafft die Arbeit eine strukturierte Grundlage, um eigene Übungen nicht nur organisatorisch durchzuführen, sondern zielgerichtet zu analysieren und die KAEP kontinuierlich zu optimieren. Für die Katastrophenmedizin leistet das Projekt einen Beitrag zur methodischen Weiterentwicklung der Übungsevaluation im Sinne eines All-Gefahren-Ansatzes. Es stärkt die wissenschaftliche Basis für klinische Krisenbewältigung und unterstützt die Professionalisierung des innerklinischen Katastrophenschutzes.
Kooperationspartner

Oberarzt, Forschungsschwerpunkt: Thorakale Radioonkologie, Leiter „offline MR-geführte Strahlentherapie / ETHOS®+Shuttle MRT



