Kropf

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Definition der Erkrankung

Bei einem Kropf (Struma) handelt es sich um eine Vergrößerung der Schilddrüse, die in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Eine Struma kann unklar umgrenzt (diffus) oder knotig sein. Diese Veränderungen müssen dabei nicht zwangsläufig mit einer Funktionsstörung des Organs zusammenhängen.

Eine Funktionsstörung liegt jedoch vor, wenn die Knoten – unabhängig von der Regulierung der Schilddrüsenaktivität durch die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) – aktiv werden (Hyperthyreose) oder die Schilddrüsenzellen kein Thyroxin mehr produzieren (Hypothyreose).

Eine genaue Klärung der Ursachen sowie eine Prüfung der Funktionen der Schilddrüse sind daher die ersten Schritte hin zu einem individuellen Therapieplan.

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Symptome

Ein Kropf (Struma), der aufgrund von Jodmangel auftritt, verursacht anfangs bei normaler Hormonproduktion und normaler Stoffwechsellage (euthyreot) keine Beschwerden. Bleibt der Stoffwechsel euthyreot, kann es durch die weiter wachsenden Drüsenzellen zu Schluckbeschwerden kommen. Manche haben auch das Gefühl, als hätten sie einen Fremdkörper im Hals (Globusgefühl).

Eine Überfunktion der Schilddrüse geht mit Symptomen wie Nervosität, Durchfall, Gewichtsverlust,  Wärmeintoleranz und Schwitzen oder einem beschleunigten Herzschlag einher. Eine Unterfunktion äußert sich durch Gewichtszunahme, Verstopfung, Depression oder dem Verlust der Libido.

Ursachen

Ein Kropf (Struma) entsteht in der Regel durch Jodmangel. Jod ist jedoch die Voraussetzung für die Bildung der lebenswichtigen Schilddrüsenhormone, die zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper steuern.

Sind zu wenige Hormone vorhanden, reagiert die Schilddrüse mit vergrößerten Drüsenzellen, um die benötigten Hormone vermehrt produzieren zu können. Die einfachste und wichtigste Maßnahme ist daher die Verwendung von jodiertem Speisesalz.

Diagnose

Mithilfe einer Blutuntersuchung lässt sich die Konzentration der Schilddrüsenhormone und damit die Stoffwechsellage einfach bestimmen. Zudem kann mit einer Ultraschalluntersuchung die Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse beurteilt werden. Beide Untersuchungen empfehlen wir, regelmäßig im Rahmen des hausärztlichen Check-ups durchführen zu lassen.

Bildgebende Untersuchung: Szintigrafie

Zur Überprüfung der Aktivität des Schilddrüsengewebes oder bei bereits bestehenden Schilddrüsenknoten ist eine bildliche Untersuchung (Szintigrafie) notwendig. Die Szintigrafie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der mit schwach radioaktiven Substanzen die Funktion des Schilddrüsengewebes dargestellt werden kann. Dafür wird Sie Ihr Hausarzt in unsere Klinik oder zu einem Endokrinologen überweisen. Sollten sich hierbei Anzeichen einer bösartigen Schilddrüsenerkrankung herausstellen, entnehmen wir eine Gewebeprobe (Feinnadelbiopsie) zur genaueren Untersuchung in unserem Labor.

Ablauf der Behandlung

Ein Kropf (Struma) lässt sich medikamentös gut mit Ersatzstoffen (Substitution) behandeln. Kann die medikamentöse Therapie den Jodmangel nicht beseitigen oder verursacht die vergrößerte Schilddrüse andere Beschwerden, kann eine chirurgische Entfernung des erkrankten Gewebes nötig sein.

Vorrangiges Ziel bei einer Operation ist die möglichst schonende Entnahme des erkrankten Schilddrüsengewebes. Wir entfernen dabei nur so viel, dass ein Nachwachsen erkrankter Schilddrüsenteilen (Rezidive) vermieden wird.

Nachsorge

Die Schilddrüse steuert zahlreiche Stoffwechselvorgänge, den Kreislauf und die Psyche im menschlichen Körper und trägt erheblich zum täglichen Wohlbefinden bei. Da wir ohne Schilddrüsenhormone nicht leben können, konzentriert sich die Nachsorge auf die richtige medikamentöse Einstellung mit Ersatzstoffen (Hormonsubstitution). Wenn Ihre Schilddrüse vollständig entfernt wurde, müssen Sie künftig entsprechende Medikamente nehmen.

Sechs Wochen nach einer Operation

Zur Kontrolle der Medikation messen wir sechs Wochen nach der  Operation in Ihrem Blut die Hormone Thyroxin und TSH (ein Hormon der Hirnanhangsdrüse, welches die Hormonausschüttung steuert). So können wir Ihre medikamentöse Einstellung prüfen und gegebenenfalls nachjustieren.

Jährliche Kontrollen

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen eine jährliche Schilddrüsen-Vorsorgeuntersuchung. Neben der ärztlichen Beratung tasten wir Ihren Hals ab, bestimmen die Schilddrüsenfunktion mithilfe eines Bluttests und untersuchen das verbliebene gesunde Schilddrüsengewebe im Ultraschall. Erkennen wir Veränderungen oder Rezidive können wir zügig adäquate Maßnahmen einleiten.

 

Das zeichnet uns aus

Heidelberger Interdisziplinäres Schilddrüsenzentrum (HIS)

Spezialisten

  • PD Dr. med. Simon Schimmack