Leistenbruch bei Kindern

Sektion Kinderchirurgie

Definition der Erkrankung

Als Leistenbruch (Leistenhernie) wird der Durchtritt von Bauchorganen (Darm, Eierstock) durch den Leistenkanal oberhalb des Leistenbandes bezeichnet. Bei Kindern entsteht ein solcher Leistenbruch durch einen Verbindungskanal, den sogenannten Processus vaginalis. Dabei handelt es sich um einen Teil des Bauchfells (Peritoneum), der sich üblicherweise zur Geburt verschließt. Bleibt dieser Verschluss aus, kann es im Verlauf zum Eindringen von Bauchorganen in diesen Kanal kommen. Angeborene Leistenbrüche sind somit immer indirekte Leistenbrüche.

Ein Leistenbruch kommt bei jedem 50. Jungen und jedem 200. Mädchen vor. Die meisten Leistenbrüche werden meist noch vor dem 6. Lebensmonat erkannt. Bei einem Geburtsgewicht unter 1500 g haben 15 bis 20 Prozent der Frühgeborenen häufiger einen Leistenbruch. Bei Frühgeborenen haben im Schnitt 60 Prozent der Kinder rechts einen Leistenbruch, 25 Prozent links und 15 Prozent beidseitig. Die Kinderchirurgie Heidelberg führt etwa 180 Leistenbruchoperationen pro Jahr durch. Wir verfügen damit über umfangreiche operative Erfahrungen auf diesem Gebiet.

Weitere Informationen

Symptome

Tritt bei Ihrem Kind eine schmerzhafte Schwellung in der Leiste auf, empfehlen wir Ihnen, Ihr Kind sofort in der Klinik für Kinderchirurgie Heidelberg vorzustellen.

Weitere Symptome können eine Vorwölbung in der Leiste sein, besonders wenn Ihr Kind schreit. Darüber hinaus reichen die Anzeichen von einer Asymmetrie zwischen rechter und linker Leiste über eine wechselnde Größe des Hodensäckchens (Skrotalhernie) und Schmerzen bei eingeklemmten Leistenbruch, Ovarvorfall in der Leiste bis hin zu Erbrechen bei Darmverschluss bei einem eingeklemmten Leistenbruch.

Diagnose

Zunächst befragen wir Sie nach der Vorgeschichte Ihres Kindes. Anschließend untersuchen wir Ihr Kind genau. Wenn nötig, führen wir ergänzend eine Ultraschalluntersuchung zur Klärung von Differenzialdiagnosen (Wasserbruch, Ovarvorfall, Hodenhochstand) durch.

Ablauf der Behandlung

Ein Leistenbruch lässt sich immer nur operativ verschließen. Wir empfehlen, die operative Behandlung innerhalb von 14 Tagen nach Diagnosestellung durchzuführen. Damit vermeiden wir eine potenzielle Einklemmung. Denn bei einem eingeklemmten Leistenbruch ist ein sofortiges Zurückbringen der Darmschlingen in die Normalstellung (Reposition) notwendig.

In der Operation führen wir zunächst den Bruchsackinhalts dorthin zurück, wo er ursprünglich herkam. Anschließend verschließen wir den Bruchsack, d.h. die Verbindung von der Bauchhöhle zur Leiste mit einem kleinen Schnitt. Vor dem ersten Lebensjahr empfehlen wir den Eingriff stationär vornehmen zu lassen. Dafür sollten Sie zwei Tage einplanen. Nach dem 1. Lebensjahr können wir alternativ ein ambulantes Vorgehen anbieten.

Nachsorge

Die Nachsorge übernimmt der Kinderarzt mit regelmäßigen Wundkontrollen. Dazu wechselt er alle zwei Tag das Pflaster. Haben Sie darüber hinaus Fragen zur Erkrankung, können Sie sich gerne an uns wenden.

Behandlungsangebot