Magengeschwür

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Definition der Erkrankung

Bei einem Magengeschwür (Magenulkus) handelt es sich um eine Schädigung der Magenschleimhaut, die bis in die tiefen Muskelschichten des Magens reicht und zu einer akuten Blutung oder einem Magendurchbruch führen kann. Pro Jahr erkranken etwa 50 von 100.00 Menschen neu an einem Magengeschwür.

Die Erkrankung lässt sich mittlerweile gut durch die frühzeitige Gabe von sogenannten Protonenpumpenhemmer behandeln. Diese Medikamente blockieren das Freisetzen der Magensäure und helfen so, Magenoperationen zu vermeiden.

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Symptome

Anfangs verursacht ein Magengeschwür (Magenulkus) keine eindeutigen Beschwerden. Diffuse Schmerzen im Oberbauch sind jedoch oft ein Grund, den Beschwerden genauer auf den Grund zu gehen. Des Weiteren kann eine Blutung auf ein Magengeschwür hindeuten: sowohl eine akute Blutung, die vielfach beim Erbrechen auftritt, als auch eine chronische, die durch den erniedrigte Hb-Wert (Hämoglobin, roter Blutfarbstoff) im Blut sichtbar wird.

Liegt das Magengeschwür am Magenausgang, kann es die Entleerung des Organs behindern. Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme sind erste Anzeichen dafür. In sehr seltenen Fällen kann ein Magengeschwür zu einem Durchbruch der Magenwand führen. Dieses akute Krankheitsbild geht mit starken Schmerzen einher und muss umgehend behandelt werden.

Ursachen

Ein Magengeschwür (Magenulkus) kann verschiedene Ursachen haben: Häufig liegt eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori zugrunde, das selbst keine akuten Beschwerden hervorruft. Etwa bei der Hälfte der über 50-jährigen Erwachsenen ist der Magen von diesem Bakterium besiedelt. Diese Infektion kann sich zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis) ausweiten und in der Folge zu einem Magengeschwür führen.

Weitere Ursachen sind:

  • die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln
  • die gleichzeitige Einnahme von Kortison
  • Rauchen
  • seltener Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder das sogenannte Zollinger-Ellison-Syndrom, bei dem es zu einer vermehrten Salzsäureproduktion im Magen kommt

Stressauslösende Situationen, etwa nach großen Unfällen, Verbrennungen oder Operationen, können ebenfalls zu einer akuten Schleimhautschädigung des Magens führen. Daher erhalten unsere Patienten auf den Intensivstationen vorsorglich ein Medikament, um die Magensäureproduktion zu hemmen.

 

Diagnose

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf ein Magengeschwür (Magenulkus), führen wir routinemäßig eine Magenspiegelung (Gastroskopie) mithilfe des Endoskops durch. Hierbei können wir über eine kleine Kamera die gesamte Magenschleimhaut begutachten, gleichzeitig Gewebeproben entnehmen oder Blutungen stillen. Wenn Sie es wünschen oder es erforderlich ist, erhalten Sie dafür eine leichte Narkose.

Zusätzlich klären wir immer ab, ob eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori vorliegt und prüfen, ob weitere Ursachen für das Magengeschwür in Frage kommen.

Alle endoskopischen Untersuchungen finden in unserem Interdisziplinären Endoskopie-Zentrum (IEZ) statt.

Ablauf der Behandlung

Zur Behandlung von Magengeschwüren stehen drei Therapieoptionen zu Wahl. Welche Therapie bei Ihnen erfolgsversprechend ist, hängt von den auslösenden Faktoren ab.

Medikamentöse Therapie

In der Regel reicht eine medikamentöse Behandlung mit den sogenannten Protonenpumpenhemmern über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten aus, um die Säureproduktion im Magen einzudämmen. Liegt eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori vor, gilt es zudem, den Krankheitserreger mithilfe von Antibiotika zu bekämpfen (sogenannte Eradikationstherapie).

Endoskopische Behandlung

Blutungen lassen sich überwiegend bei einer endoskopischen Behandlung gut zum Stillstand bringen. Ist dies nicht möglich, ist eine operative Versorgung unerlässlich. Hierbei unterbindet der Chirurg das blutende Gefäß. In Ausnahmefällen muss bei manchen Patienten ein Teil des Magens entfernt werden.

Chirurgischer Eingriff

Eine operative Behandlung ist nur dann notwendig, wenn durch eine Magenspiegelung die Blutung nicht gestillt werden konnte oder das Magengeschwür in die Bauchhöhle durchgebrochen ist. Da eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung auftreten kann, muss der Chirurg das Magengeschwür entfernen und die Magenwand wieder verschließen. Nach der Operation erhalten Sie für sechs Monate Protonenpumpenhemmer, um die Säureproduktion im Magen auf ein Mindestmaß zu senken.

Nachsorge

Nach der chirurgischen Behandlung führt Ihr Arzt grundsätzlich eine endoskopische Kontrolluntersuchung durch, um zu prüfen, ob das Magengeschwür vollständig abgeheilt ist.

Häufige Nachfragen

Was mache ich bei anhaltenden Schmerzen im Oberbauch oder bei einem Völlegefühl nach dem Essen?

Bestehen Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum, empfehlen wir Ihnen eine Magenspiegelung (Gastroskopie) machen zu lassen, diese kann ambulant in unserem Endoskopie-Zentrum (IEZ) durchgeführt werden. Hierzu benötigen Sie eine Überweisung durch Ihren Hausarzt.

Ist ein Magengeschwür bösartig?

Ein Magengeschwür ist in der Regel nicht bösartig. Ihr behandelnder Arzt entnimmt dennoch zur Sicherheit bei einer Magenspiegelung (Gastroskopie) routinemäßig auch Gewebeproben. Diese lässt er anschließend untersuchen. Das Abheilen eines Magengeschwüre wird darüber hinaus regelmäßig endoskopisch kontrolliert.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori und dem Auftreten von Magenkrebs?

Durch Studien konnte eine geringfügige Verbindung nachgewiesen werden. Falls wir das Bakterium Helicobacter pylori bei Ihnen nachweisen, führen wir in jedem Fall eine sogenannte Eradikationstherapie durch, d. h. wir bekämpfen den Krankheitserreger mithilfe von Antibiotika.