Meniskusschäden

Bereich Sportorthopädie und Sporttraumatologie

Definition der Erkrankung

Menisken sind sichelförmige Knorpelscheiben, die im Kniegelenk als Stoßdämpfer und Abstandhalter fungieren. In jedem Knie befinden sich ein Innen- und ein Außenmeniskus. Risse im Knorpelgewebe, die Zurückbildung des Gewebes oder eine Kombination aus beidem werden als Meniskusschaden bezeichnet. In nur ca. 8 % der Fälle lässt sich ein Meniskusriss direkt auf ein Unfallereignis zurückführen. Vielmehr sind 40 % der Risse die Folge von Vorschädigungen durch Verschleiß.

Weitere Informationen

Symptome

Beim Überstrecken des Gelenkes kommt es häufig zu Schmerzen. Vereinzelt kann das Knie nicht vollständig gestreckt werden oder es ist blockiert. Sind die Schädigungen hingegen verschleißbedingt, treten belastungsabhängige Beschwerden auf, vor allem bei besonderen Bewegungen wie Treppengehen. Sowohl bei akuten Einrissen als auch bei abnutzungsbedingten Schäden stellen sich immer wiederkehrenden Schwellungen und Gelenkergüssen ein. Bei Innenmeniskusschäden lokalisiert sich der Schmerz meist nur auf den innenseitigen Gelenkspalt.

Diagnose

Um die Art und das Ausmaß der Schädigungen beurteilen zu können, werden neben der körperlichen Untersuchung meist Röntgen- und Kernspinuntersuchungen eingesetzt.

Ablauf der Behandlung

Konservative Therapie

Nur kleinere, längsverlaufende Einrisse an der Meniskusbasis lassen sich ohne zusätzliche Operation behandeln. Auch verschleißbedingte Meniskusveränderungen, die meist bei älteren Patienten auftreten, zeigen eine recht unauffällige Symptomatik. Bei leichten Beschwerden können Spritzen ins Gelenk mit einem Betäubungsmittel (unter Cortisonzusatz) und eine anschließende Physiotherapie zur Stärkung der kniegelenkumgreifenden Muskulatur ausreichend sein.

Bei einer deutlich sichtbaren Ergussbildung bietet sich die Punktion des Gelenkes an. Bei Gelenkblockaden durch ins Gelenk eingeschlagene Meniskusteile (‚Korbhenkelriss') versuchen wir durch eine schonende Einrenkung, die akuten Schmerzen zu lindern. Erst wenn diese therapeutischen Maßnahmen nicht greifen, raten wir zu einer Operation.

Operative Therapie

Vor einem operativen Eingriff wird prinzipiell jeder Befund durch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) überprüft. Danach entscheiden wir uns für die Operationstechnik, die den größtmöglichen Erfolg verspricht. Je nach Ausmaß der Schädigungen bieten sich zwei Operationen an:

Die arthroskopische Teilentfernung

Eine arthroskopische Teilentfernung wird bei Meniskusschäden angewendet, die nicht genäht werden können. Das ist der Fall, wenn das in das Gelenk gerichtete Meniskusgewebe (hyaliner Knorpel), dass seine Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit bezieht, nicht durchblutet ist. Eine Heilung durch Narbenbildung kann deshalb auch nicht eintreten. Aus diesem Grunde wird der geschädigte Teil des Meniskus so weit entfernt, dass möglichst ein "gesunder" Rand und eine stabile Situation ohne weiteres Einschlagen des Meniskus in das Gelenk hergestellt werden. Getreu dem Motto "So wenig wie möglich, so viel wie nötig".

Die arthroskopische Naht

Eine arthroskopische Naht ist nur bei kapselnahen, längsverlaufenden, wenigstens 1,5 cm langen Rissen sinnvoll. In diesen Fällen ist nur die Basis des Meniskus durchblutet, so dass ein Heilungsvorgang durch Narbenbildung möglich ist. Bestehende Begleitverletzungen des Kapsel-Bandapparates wie ein Riss des vorderen Kreuzbandes und/oder ein Riss des Außen-/Innenbandes, die eine Instabilität des Kniegelenkes bedeuten, müssen zuvor aber behoben sein.

Nachsorge

Die meisten Meniskusoperationen lassen sich ambulant durchführen. Patienten mit Meniskusnähten sowie Patienten mit zusätzlichen, relevanten Nebenerkrankungen bleiben in der Regel über Nacht zur stationären Beobachtung. Am ersten Tag nach der Operation wird zunächst die eventuell einliegende Drainage entfernt. Direkt im Anschluss kann mit der Physiotherapie (ggf. auch mit manueller Lymphdrainage) zur Begegnung eines Gelenkergusses begonnen werden.

Nach einer Teilentfernung des Meniskus sollte das operierte Bein für eine Woche nur mit 20 kg belastet werden. Arbeitsunfähigkeit besteht für zwei Wochen, sportliche Aktivitäten können meist nach vier Wochen wieder aufgenommen werden.

Wurde der Meniskus genäht, ist zusätzlich eine Beschränkung der Beugung des Kniegelenkes für vier bis sechs Wochen mittels gelenkgeführter Bandage (Orthese) notwendig (erlaubter Beweglichkeitsumfang von 10-60° Beugung). Das operierte Bein muss insgesamt vier Wochen entlastet werden. Ab der 6. Woche kann es wieder voll belastet werden. Nach sechs Monaten und entsprechend auftrainierter Muskulatur kann mit Laufsport begonnen werden, Schnellkraft- und Mannschaftssportarten sind frühestens nach neun Monaten wieder möglich. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht in Abhängigkeit von der beruflichen Belastung bei regelrechtem Verlauf für ungefähr acht Wochen.

Die Nachbehandlung wird durch einen niedergelassenen Orthopäden/Chirurgen durchgeführt. Um die Entstehung einer Thrombose zu verhindern, wird einmal täglich ein entsprechendes Medikament unter die Haut gespritzt. Wir empfehlen die medikamentöse Behandlung so lange fortzusetzen bis der Patient seine volle Gehfähigkeit zurückgewonnen hat. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen sind die Blutplättchen durch den niedergelassenen Kollegen regelmäßig zu kontrollieren.

Die Prognosen über Heilungschancen richten sich nach dem Ausmaß der Schädigung, der operativ notwendigen Entfernung bzw. den zusätzlich vorhandenen Begleitschäden (z. B. vorhandene Arthrose, Bandstabilität). Bei weitgehender oder gar vollständiger Entfernung eines Meniskus verringert sich die Breite des Gelenkspaltes. Das wiederum bewirkt einen Verlust der Vorspannung, da der Abstandhalter fehlt, und führt zu einer Instabilität im Band- und Kapselapparat sowie zu einem Abweichen der Beinachse. Auch das Risiko eines früher einsetzenden Gelenkverschleißes erhöht sich deutlich. Außerdem kann - vor allem bei vorhandenen Vorschädigungen - der verbleibende Rest des Meniskus erneut reißen.