Adipositas-Chirurgie

Diabetes- und Adipositas-Zentrum

Erklärung

Ist ein Patient extrem übergewichtig (BMI über 35) und liegen bei ihm schwerwiegende Begleit- oder Folgeerkrankungen vor, können chirurgische Maßnahmen zum Einsatz kommen. Voraussetzung dafür sind weitere Voruntersuchungen durch die Fachdisziplinen Endokrinologie, Psychosomatik und Chirurgie. Stimmen alle drei Seiten einem operativen Eingriff zu, wird ein Gutachten zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse erstellt. Dieses leiten Sie als Patient bitte an Ihre Krankenkasse weiter. Fällt die Rückmeldung positiv aus, veranlassen wir zur Vorbereitung auf Ihre Operation eine Herzuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße sowie eine 24-Stunden-Säuremessung.

Alle notwendigen Untersuchungen führen wir innerhalb des Universitätsklinikums durch. Unser Personal koordiniert dabei den zeitlichen Ablauf und begleitet  Sie von der Erstvorstellung bis hin zur Operation.

In der Chirurgischen Klinik der Universität Heidelberg werden in erster Linie Magenverkleinerungen mittels Schlauchmagen und Magenbypass durchgeführt. Beide Verfahren sind sehr effektive und sichere Verfahren in der Adipositaschirurgie. Wir vergleichen die Wirksamkeit der beiden Operationsverfahren zudem im Rahmen der Opens internal link in current windowBariSurg-Studie.

Darüber hinaus wird aber natürlich das gesamte Spektrum an Operationsverfahren abgedeckt, das sich bei Übergewicht bewährt hat. So werden auch Magenbänder eingesetzt und biliopankreatische Diversion bei den Patienten durchgeführt, bei denen anderen Techniken wirkungslos blieben oder ein Therapieerfolg durch einfachere Operationen wie das Magenband nicht erfolgversprechend sind.

Welches Operationsverfahren für Sie geeignet ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wir beraten Sie ausführlich über das für Sie jeweils optimale Therapieverfahren.

 

Operationsverfahren

Die Chirurgische Klinik bietet verschiedene Adipositas-Operationsverfahren an, die je nach Situation der Patienten unterschiedlich geeignet sind:

Magenschlauch

Bei der Schlauchmagen-OP werden zunächst zwei Drittel des Magens und damit auch hormonaktive Zellen, die für das Hungergefühl verantwortlich sind, entfernt. Durch das Entfernen dieser Zellen und der Verkleinerung des Magens verringert sich das Essvolumen des Patienten pro Mahlzeit deutlich. Der Schlauchmagen gilt als ein technisch einfaches, sicheres und effektives Verfahren.

Magenbypass (Gastric Bypass)

In Einzelfällen bieten wir den Magenbypass an. Dabei wird der Magen geteilt, so dass die Nahrung nur in den oberen Teil, den Vormagen gelangt, der rasch Sättigung signalisiert. Der restliche Speisebrei wird dann durch eine Dünndarmschlinge am restlichen Magen vorbei geleitet. Durch die Umleitung nimmt der Körper weniger Nährstoffe auf. Das Gewicht reduziert sich. Wir empfehlen dieses Verfahren vor allem Patienten mit unregelmäßigen Essverhalten oder Patienten, die trotz Ernährungsberatung weiterhin große Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Die Operation zeigt gute Langzeiterfolge. Der Nachteil: Die Patienten müssen künftig Spurenelemente oder Vitamine zu sich nehmen.

Bilionpankreatische Diversion (Duodenal Switch)

Dieses OP-Verfahren empfehlen wir nur sehr wenigen Patienten. Zwar verkleinern wir ‒ wie bei einem Schlauchmagen ‒ den Magen, zusätzlich muss aber auch der Zwölffingerdarm (Duodenum) mit einer zuvor durchtrennten Dünndarmschlinge verbunden werden. Mit diesem Verfahren lässt sich ebenfalls die Aufnahme von Nahrung und  Nährstoffen auf lange Sicht reduzieren. Zudem können Folgekrankheiten wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) in den meisten Fällen geheilt werden. Dennoch: Die Risiken bei diesem Verfahren ‒ wie großer chirurgischer Eingriff, mehrere Darmnähte und die Gefahr einer anschließenden Mangelernährung ‒ wägen wir vorher ganz genau ab.

Magenballon

Patienten mit sehr starkem Übergewicht (BMI über 60), bieten wir – in Zusammenarbeit mit unseren Gastroenterologen – das Einsetzen eines Magenballons an. Dieser wird für rund drei Monate in den Magen platziert. Das Ziel dabei: das Gewicht auf einen BMI unter 60 zu reduzieren, da wir erst dann eine entsprechende Operation wie den Schlauchmagen oder den Magenbypass sicher durchführen können.

Magenband (Gastric Banding)

Das Magenband wenden wir in erster Linie bei jüngeren Patienten unter 18 Jahren oder bei jungen weiblichen Patienten mit einem niedrigen BMI an. Ein Nachteil: eine langfristige Gewichtsabnahme lässt sich nicht sicherstellen. Zudem ist die Nachsorge relativ aufwendig. Ebenfalls gut zu wissen: Nach Entfernung des Magenbandes kann eine sofortige Gewichtszunahme folgen.

Erkrankungen