Fetale Echocardiographie im 1. und 2. Trimenon

Geburtshilfe und Perinatalzentrum Sektion Pränataldiagnostik

Erklärung

Das Herz ist ein ebenso faszinierendes wie komplexes Organ und gleichzeitig finden wir hier die höchste Rate an Fehlbildungen. Etwa 8-10 auf 1000 lebengeborene Kinder weisen einen Herzfehler auf, die Hälfte davon muss im Laufe der ersten Monate und Jahre daran operiert werden. Durch die großen Fortschritte im Bereich der Kinderherzchirurgie können inzwischen die meisten Herzfehler sehr gut operativ behandelt werden.

Um einem herzkranken Kind eine optimale Behandlung nach der Geburt zukommen zu lassen, ist einerseits eine möglichst exakte vorgeburtliche Diagnose und andereseits auch die interdisziplinäre Besprechung mit Kollegen der Kinderkardiologie notwendig.

Wir führen die fetale Echocardiographie routinemäßig im Rahmen der erweiterten NT-Messung durch. Selbst in diesem frühen Zeitpunkt können bereits einige schwerwiegende Herzfehler ausgeschlossen werden. In der 12.-14. SSW  sind bereits alle vier Herzkammern, die Herzscheidewand und der Verlauf der großen Gefäße des Herzens darstellbar. Somit wird hierdurch die Nackentransparenzmessung optimal ergänzt und die Sicherheit der Untersuchung erhöht.

Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wird üblicherweise zwischen der 20. und 22. SSW bei der gezielten Fehlbildungsdiagnostik diese detaillierte Untersuchung des Herzens durchgeführt. Sie gewinnt nun aufgrund der zunehmenden Größe des Herzens (jetzt ca. 2cm) an Sicherheit und Aussagkraft.

Spezielle Gründe für eine eingehende Untersuchung des kindlichen Herzens in der Schwangerschaft
  • Herzfehler in der Familie
  • Herzfehler in einer vorausgegangenen Schwangerschaft
  • Erweiterte Nackentransparenz
  • Einnahme bestimmer Medikamente (z.B. Antiepileptika) in der Schwangerschaft
  • Vorbestehender Diabetes
  • Infektionen in der Schwangerschaft