Herzoperationen beim Kind

Sektion Kinderherzchirurgie

Erklärung

Die meisten operativen Eingriffe am Kinderherz sind technisch sehr anspruchsvoll und erfordern eine hohe Expertise und Erfahrung des gesamten Teams im und um den Operationssaal. Die Kinderherzchirurgie kann heute große Fortschritte, auch bei der Korrektur sehr komplexer Herzfehler, nachweisen. Jede einzelne Operation am Kinderherz ist speziell in ihrer Art und für einen reibungsfreien Ablauf einer Kinderherzoperation bedarf es eines großen technischen und menschlichen Aufwands. Für das gute Ergebnis einer Operation sind der richtige Zeitpunkt und das passende Operationsverfahren sehr bedeutend. Durch ein frühzeitiges Intervenieren können schwerwiegende Langzeitschäden oft verhindert werden.

Im Aufklärungsgespräch alle Fragen klären

Die stationäre Aufnahme Ihres Kindes findet in der Regel zwei Tage vor der Operation statt. Falls für die Operation relevante Untersuchungen noch fehlen sollten, werden diese nun nachgeholt. Besonders wichtig an diesem Tag ist das Aufklärungsgespräch, das der zuständige Chirurg und Anästhesist jeweils separat mit Ihnen führen. In diesem Gespräch wollen wir Ihnen alle notwendigen Informationen, Risiken und die ermöglichten Chancen der Operation für ihr Kind erläutern. Eine starke Vertrauensbasis zwischen Patient, Eltern und behandelndem Arzt ist uns außerordentlich wichtig, weshalb wir uns für dieses Gespräch ausreichend Zeit nehmen. Ihre Fragen, Zweifel oder Sorgen jeder Art können in diesem Rahmen angesprochen werden.

Gute und enge Zusammenarbeit

Am Tag der Operation wird Ihr Kind vom Pflegeteam der Station in den Operationssaal begleitet und dort von den Anästhesisten und den Anästhesiepflegern in Empfang genommen. Abhängig von der Komplexität dauert eine Operation inklusive Vorbereitung, Ein- und Ausleitung einer Narkose in der Regel mehrere Stunden. Entscheidend ist auch hier eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen Anästhesisten, OP-Pflegern, Kardiotechnikern und Chirurgen. Die Einleitung der Narkose ist bei kleinen Kindern für die Anästhesisten sehr anspruchsvoll und dauert in der Regel länger als bei Erwachsenen. Neben vielen anderen Überwachungsgeräten beurteilen die Anästhesisten das Herz während der laufenden Operation mit einem Ultraschallgerät durch die Speiseröhre.

Weil das Operationsfeld beim Kind sehr klein ist, verwenden wir Lupenbrillen und Halogenlampen, um eine gute Sicht zu haben. Vor dem ersten „Schnitt“ wird eine sorgfältige Hautdesinfektion vorgenommen und alle Köperbereiche um das Operationsgebiet steril abgedeckt. Bei den meisten Kinderherzoperationen ist es notwendig das Brustbein mittig in ganzer Länge zu eröffnen, um ein optimalen Zugriff auf das Herz zu haben. Erst im Anschluss kann die Herz-Lungen-Maschine (LINK!) mit ihren vielen Schläuchen an verschiedenen Stellen des Herzens angeschlossen werden. Diese erlaubt es den Chirurgen, am nicht schlagenden Herzen sorgfältig zu operieren.

Passagere Schrittmacherkabel zur Kontrolle von Herzrhythmusstörungen

Ist die operative Korrektur beendet, wird der Kreislauf der Herz-Lungen-Maschine langsam zurückgefahren bis das Herz wieder eigenständig schlägt. Anschließend wird eine sorgfältige Blutstillung durchgeführt und Drainageschläuche zum Abfluss von Wundsekret in den Brustkorb eingebracht. Diese können in der Regel bereits nach ein paar Tagen wieder gezogen werden. Zusätzlich erhält ihr Kind passagere Schrittmacherkabel, welche auf den Herzmuskel direkt aufgenäht werden. Sollten nach der Operation Herzrhythmusstörungen auftreten, so kann an diese ein externer Schrittmacher zur Kontrolle des Herzrhythmus angeschlossen werden. Damit das durchtrennte Brustbein langfristig wieder stabil zusammenwachsen kann, werden entweder Drähte oder Fäden in beide Knochenhälften eingebracht. Diese verbleiben ein Leben lang.

Unverzüglich nachdem die Operation beendet ist, informiert der Chirurg Sie telefonisch und nimmt sich Zeit, Ihnen das Ergebnis sowie Besonderheiten der durchgeführten Operation zu erläutern.

Zur Überwachung auf die Intensivstation

Wir versuchen stets, die Narkose so früh wie medizinisch vertretbar zu beenden. In manchen Fällen gelingt dies jedoch nicht sofort und ihr Kind muss unter Umständen für einen längeren Zeitraum künstlich beatmet werden. Nach der Operation wird Ihr Kind zur weiteren Überwachung auf die Intensivstation verlegt. Wenn Sie es wünschen, können Sie ihr Kind unmittelbar nach der Operation auf der Intensivstation auch außerhalb der Besuchszeiten sehen.

Oft ist der Anblick von vielen Schläuchen für Eltern sehr verschreckend. Diese Schläuche sind jedoch notwendig, um Ihr Kind zu überwachen und ihm kontinuierlich Medikamente zu geben, welche die Kreislauf- und Herzfunktion unterstützen. Auch die Gabe von Fremdblut ist oft notwendig. Wir empfehlen den Eltern daher, sich im Voraus mit der Situation vertraut zu machen. Gerne führen wir Sie am Tag vor der Operation über die Intensivstation.

Dauer des Krankenhausaufenthalts

Die Zeit, die Ihr Kind nach einer Operation im Krankenhaus verbringt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der Schweregrad des angeborenen Herzfehlers
  • die Korrekturoperation
  • der postoperative Verlauf
  • der Gewichtsverlauf Ihres Kindes
  • Mobilisierung und körperliche Aktivität Ihres Kindes nach der Operation

Erkrankungen

Spezialisten

Prof. Dr. med. Tsvetomir Loukanov

Facharzt für Herzchirurgie, Facharzt für Chirurgie, zertifizierter Kinderherzchirurg


Dr. med. Helmut Rauch

DEGUM-Kursleiter Stufe II, TEE-Zertifizierung der EACVI, TEE-Zertifizierung der DGAI

Schwerpunkt

Bereichsoberarzt Kinderkardioanästhesie


Berthold Klein

EBCP (Eurpean Board of Cardiovascular Perfusion)

Schwerpunkt

Transplantationskoordination Herz, Kunstherzsyteme, ECMO, Kinderperfusion, Aus- und Weiterbildung von Studenten der FH Furtwangen und Akademie für KT in Berlin


06221 56-6157
06221 56-1944

Dr. med. Ranny Goldwasser

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Schwerpunkt

Kunstherz, ECMO, Herztransplantation


PD Dr. med. Raoul Arnold

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologe, Pädiatrische Intensivmedizin, EMAH

Schwerpunkt

Interventionelle Kardiologie, EMAH, Magnetresonanz Tomographie, Pädiatrische Intensivmedizin


Dr. med. Dipl.-Med. Wolfgang Springer

Schwerpunkt

Pädiatrische Intensivmedizin, Bronchoskopie


Prof. Dr. med. Matthias Gorenflo

Schwerpunkt

Pulmonale Hypertonie, Interventionelle Kardiologie, Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH)


Dr. med. Andreas Müller

Schwerpunkt

EMAH, Fetale Echokardiographie