Lebertransplantation

Transplantations-Zentrum Heidelberg Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Erklärung

Die erste erfolgreiche Lebertransplantation beim Menschen wurde 1963 von T.E. Starzl durchgeführt. Die Perfektionierung von chirurgischer Technik und postoperativer Versorgung, sowie die Fortschritte bei der Organkonservierung, der Entwicklung von Immunsuppressiva und die Definition von Kriterien zur Indikationsstellung führten zur Etablierung der Lebertransplantation als Behandlungsmethode der Wahl bei einer großen Anzahl von im Endstadium befindlichen Erkrankungen der Leber. Auch die Operationsstrategien wurden verbessert. Moderne, schonendere Verfahren sind im Einsatz, die den Verbrauch an Blutkonserven reduziert haben. Durch die so genannte "Piggy-Back-Technik" kommt es im Vergleich zur bisherigen Lebertransplantation zu einer geringeren Belastung während der Operation.

Unmittelbar nach der Transplantation werden die Patienten auf der zentralen Intensivstation gemeinsam mit den Anästhesisten versorgt. Nach der Transplantation wird jeder Patient gemeinsam mit den Internisten behandelt; interdisziplinäre Visiten in der Chirurgischen und Medizinischen Klinik stehen auf der Tagesordnung.

Trotz aller Anstrengungen, die Anzahl der Transplantationen zu steigern ist nicht davon auszugehen, dass in naher Zukunft ausreichend Organe von Verstorbenen zur Verfügung stehen werden. Eine Alternative besteht für die Transplantation der Niere: Seit 1967 können gesunde Personen ohne erhebliches gesundheitliches Risiko eine ihrer beiden Nieren spenden. Die besondere Anatomie und Physiologie der Leber ermöglichen die Transplantation einer Leber-Hälfte beim gesunden Menschen. Der jeweils verbliebene Leberteil wächst im Spender und Empfänger wieder zur vollen Größe nach. Ein grundsätzlicher Vorteil der Leber-Lebendspende ist die Verfügbarkeit des Transplantates zum Zeitpunkt der medizinischen Notwendigkeit sowie die Möglichkeit einer optimalen Planung des operativen Eingriffes. Die Leber-Lebendtransplantation erfordert eine besonders sorgfältige Vorbereitung, da hier das Risiko für den Organspender höher ist als bei der Nieren-Lebendspende. Am Heidelberger Universitätsklinikum wurde im September 2002 erstmals erfolgreich eine Leberlebendspende vorgenommen.

Welche Lebererkrankungen werden mit einer Lebertransplantation therapiert?  

Lebererkrankungen müssen bzw. können mit einer Lebertransplantation geheilt werden, wenn

  • die Erkrankung des Organs sehr fortgeschritten ist;
  • der Patient durch Medikamente oder kleinere Eingriffe nicht therapiert werden kann;
  • kein Hindernis besteht, das die Transplantation erfolglos erscheinen lässt.

Hindernisse, im Fachjargon als Kontraindikation bekannt, sind:

  • Biologisches Alter
  • Chronische Grunderkrankungen
  • Tumorbedingte Begleiterkrankungen

Die Lebertransplantation ist die einzige mögliche Methode zur Heilung von Lebererkrankungen im Endstadium. Diese Methode ist zum heutigen Datum nur chirurgisch zu realisieren. Bei dieser Therapiemethode wird dem Patienten die kranke Leber entfernt. Anschließend wird in der gleichen Sitzung die Leber des Spenders - die in einer gesunden Verfassung sein sollte - an der gleichen Stelle der kranken Leber eingepflanzt.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um eine gespendete Leber zu erhalten.

LEBER-HIRNTODSPENDE  

Bei der Leber-Hirntodspende wird die Leber einem hirntoten Spender, der vor seinem Tod seine Organe für die Medizin gespendet hat, entnommen. In einigen Fällen wird diese Freigabe der Organe von Verwandten des Spenders erteilt, wenn der hirntote Spender dies nicht vor seinem Tod explizit verweigert bzw. abgelehnt hat.

Leber-Lebendspende

Als andere Möglichkeit der Leberspende kommt die Leber-Lebendspende in Betracht. Hier besteht die Möglichkeit, dass Verwandte ersten Grades oder sehr enge Angehörige (z.B. Eheleute, Lebenspartner etc.) nach strenger Abklärung und Genehmigung der Ethikkommission eine Hälfte ihrer Leber dem Patienten unentgeltlich spenden.

Was versteht man unter einer Leber-Lebendtransplantation?

Bei der Leber-Lebendtransplantation ist ein gesunder Spender (in der Regel ein Verwandter bzw. Angehöriger ersten Grades) auf freiwilliger Basis bereit, einen Teil seiner Leber zu spenden.

Diese Transplantationsmethode bietet den Vorteil, dass die Operation planbar wird und für den Patienten bzw. Empfänger in einer optimalen Zeitspanne durchgeführt werden kann. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass sich mit dieser Methode ein sehr gutes und positives Ergebnis hinsichtlich der Transplantation erzielen lässt.

Aufnahme auf die Warteliste

Sind Sie von Eurotransplant als ein Kandidat für eine Lebertransplantation anerkannt, kommen Sie auf eine Warteliste. Abhängig von der bestehenden Grunderkrankung und der körperlichen Situation werden Sie hinsichtlich der Dringlichkeit von Eurotransplant eingestuft. Während der Wartezeit auf der so genannten "Warteliste für Lebertransplantation" werden dem Patienten bei einigen Grunderkrankungen für jeden Wartemonat weitere Punkte zugeteilt, die zu einer besseren Einstufung auf der Warteliste führen.

Organangebot und stationäre Aufnahme

Sollte ein geeignetes Organ für Sie zur Verfügung stehen, werden Sie von der Klinik benachrichtigt und stationär aufgenommen. Abschließende Untersuchungen (Blutuntersuchung, EKG, Röntgen-Aufnahmen, Ultraschall) werden durchgeführt, bevor Sie in den Operationssaal gebracht werden.

Dort erfolgt die Einleitung der Narkose. Parallel dazu wird das angenommene Organ, welches hinsichtlich der guten Qualität überprüft wurde, für die Transplantation vorbereitet.

Ablauf der Lebertransplantation

Nach der Einleitung der Narkose werden Sie steril abgedeckt. Die Bauchwand wird eröffnet und Ihre Leber wird dargestellt.
Nun erfolgt die Entfernung der kranken Leber.

Anschließend wird die gesunde Leber eingepflanzt bzw. transplantiert. In dieser Phase werden die Gefäße aneinander genäht. Der normale Gallefluss wird wieder hergestellt. Nach abschließenden Kontrollen wird die Bauchdecke verschlossen.

Intensivmedizinische Überwachung

Nach Abschluss der Operation werden Sie auf die Intensivstation verlegt. Dort erfolgt eine kontinuierliche Überwachung Ihrer Situation. Alle wichtigen Organe Ihres Körpers (Gehirn, Herz, Lunge, Leber, Niere, Blut und das Immunsystem) werden permanent kritisch untersucht und überwacht. Ein professionelles Team von Chirurgen, Anästhesisten, Internisten, Nephrologen und Radiologen wird Sie täglich bis stündlich visitieren. Somit ist eine optimale hochstandardisierte Versorgung Ihrer Person möglich.

Verlegung auf die Normalstation

Nachdem Sie aus medizinischer Sicht eine stabile Situation erreicht haben, werden Sie zuerst auf eine chirurgische und abschließend auf eine internistische Station verlegt. Während Ihres Aufenthalts werden Sie weiterhin medizinisch überwacht und betreut. Auf der Normalstation bekommen Sie die Möglichkeit sich an die neue Situation zu gewöhnen. Sie werden über Ihre weitere Lebensweise informiert und geschult, um mit den für Sie notwendigen Medikamenten und Untersuchungen zurecht zu kommen. Ihr Transplantationsteam steht Ihnen stets zur Seite.

Nachdem Sie die Lebertransplantation hinter sich haben, sind Sie für den weiteren Erfolg der Therapie verantwortlich. Durch Ihr Engagement kann eine langfristige Gesundheit erhalten bleiben. Ihre Ärzte werden Sie dabei unterstützen und beratend helfen.
Es ist fundamental wichtig, dass Sie die notwendigen Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) einnehmen. Nur so ist es gewährleistet, dass Ihre neue Leber nicht als fremdes Gewebe erkannt und abgestoßen wird. Die Zusammenstellung der notwendigen Immunsuppressiva wird von Ihrem Transplantationsteam individuell für Sie festgelegt.

Die wichtigsten Stoffe werden hier aufgeführt:

  • Ciclosporin (Sandimmun)
  • Tacrolimus (Prograf)
  • Mycophenolatmofetil (CellCept)
  • Sirolimus (Rapamune)
  • Azathioprin (Immurek, Azafalk)
  • Cortison

Andere Medikamente - auch pflanzliche - sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Transplantationszentrum einnehmen.

Bitte beachten Sie die regelmäßigen ärztlichen Kontrolltermine. Eine kontinuierliche Blutkontrolle ist nach der Transplantation einzuhalten. Bei der Einnahme der oben genannten Medikamente können folgende Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten.

  • Grüner Star (Glaukom) und Grauer Star (Katarakt)
  • Zahnfleischwucherung
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Gewichtszunahme
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Verschlechterung der Nierenfunktion
  • Knochenbrüchigkeit (Osteoporose)
  • Neurologische Probleme
  • Pilzbefall
  • Erhöhtes Tumorrisiko (CAVE: Krebsvorsorgeuntersuchungen)

Durch die ständigen Kontrollen können neben der Überwachung Ihrer Leberfunktion auch diese Nebenwirkungen erkannt und optimal geheilt werden. Beim Auftreten von Komplikationen verändern Sie aber bitte nie die Medikamenteneinnahme ohne Absprache mit Ihrem Arzt.

Nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus müssen Sie sich regelmäßig einer Transplantationsnachsorgeuntersuchung unterziehen. Bei der Transplantationsnachsorge führen wir (das Ärzteteam) neben der körperlichen Untersuchung eine Kontrolle der Blutwerte durch. Des Weiteren wird der Medikamentenspiegel für Immunsuppressiva in Ihrem Blut gemessen, um eine optimale Einstellung der Medikamente zu gewährleisten.

Die für Sie wichtigen Werte sind nachfolgend aufgelistet:

  • Blutbild
  • Blutzucker
  • Leberwerte
  • Leberfunktionswerte
  • Nierenwerte
  • Medikamentenspiegel

Nach Abschluss der Transplantation können Sie in Ihren Lebensalltag zurückkehren. Ihr geschwächtes Immunsystem muss aber immer bedacht werden. Achten Sie bei der Arbeit und der Ernährung immer auf die Hygiene. Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit infizierten Kranken. Nehmen Sie Abstand von großen Menschengruppen, ohne sich zu isolieren oder zurückzuziehen.

Schwangerschaft

Weibliche Patienten können natürlich mit der Betreuung Ihres Transplantationszentrums schwanger werden. Wir beraten Sie gerne.

Urlaub / Reisen

Bei Urlaubsreisen bedenken Sie die hygienischen Standards Ihres Reisezieles.

Die erfolgreiche Transplantation eines Organs von einem Menschen auf einen anderen ist erst durch die Entwicklung der Medizin in den letzten Jahrzehnten möglich geworden.

Die rechtlichen Fragen in diesem Bereich beantwortet seit Dezember 1997 das Transplantationsgesetz. In diesem Gesetz ist geregelt, unter welchen Umständen Organe eines Menschen entnommen und einem anderen transplantiert werden dürfen.

Den aktuellen Text des Transplantationsgesetzes in seiner derzeit gültigen Fassung finden Sie beim Bundesministerium der Justiz.

Mehr als 13.000 schwerkranke Patienten warten in Deutschland auf eine Transplantation. Bevor jemandem die gute Nachricht "Wir haben ein Organ für Sie!" übermittelt werden kann, sind bereits viele Stunden vergangen und werden schwierige persönliche und medizinische Entscheidungen getroffen.

In der Frage für oder gegen die Organspende gibt es kein "Richtig" oder "Falsch". Sie können diese Frage nur für sich persönlich beantworten, und niemand hat das Recht, die Entscheidung zu kritisieren.

Wichtig ist nur, dass Sie selbst zu einer Entscheidung kommen, diese in einem Organspendeausweis dokumentieren und mit Angehörigen oder anderen Ihnen nahe stehenden Personen darüber sprechen.

Mehr Informationen zum Thema Organspende finden Sie auf der Website der Deutschen Stiftung Organtransplantation.

 

Häufige Nachfragen

Im Transplantations-Zentrum Heidelberg werden Leber, Niere und Pankreas transplantiert. In der Herzchirurgie werden Herztransplantationen und in der Onkologie Knochenmarktransplantationen vorgenommen.

Sie müssen sich in der Transplantationssprechstunde vorstellen. Danach wird durch das Transplantationsteam die Entscheidung getroffen, ob eine Transplantation bei Ihnen notwendig ist oder ob es andere Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Wenden Sie sich an das Transplantationsteam im Transplantationszentrum Heidelberg! Ein Termin zur Vorstellung in der Lebertransplantations-Sprechstunde (Link in DB-Eintrag!) wird dann mit Ihnen vereinbart werden.

Ob bei Ihnen eine Lebertransplantation durchgeführt werden muss, ist in erster Linie von dem Ausmaß Ihrer Erkrankung abhängig. Auch Ihre bestehenden Grunderkrankungen und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beeinflussen die Notwendigkeit einer Transplantation. Auch Faktoren, die das Gelingen der Transplantation von vornherein gefährden, wie beispielsweise Alkoholismus, dürfen bei Ihnen nicht gegeben sein. Selbstverständlich setzt eine Transplantation auch das Vorhandensein eines Organs voraus!

Die durchschnittliche Wartezeit auf das notwendige Organ betrug 2013 579 Tage. Dies setzt voraus, dass Voruntersuchungen und Abklärungen durch das zuständige Transplantationsteam vollständig abgeschlossen sind.

Überlebenschancen pauschal anzugeben ist außerordentlich schwierig, da diese von unterschiedlichen Faktoren, wie beispielsweise dem Gesamtgesundheitszustand des transplantierten Patienten oder dem Zustand des transplantierten Organs abhängig sind.

Basierend auf Durchschnittswerten lässt sich sagen, dass bereits zwei Monate nach der Operation der Spender wieder vollständig arbeitsfähig sein wird. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Leber-Lebendspendeoperation als eine große bauchchirurgische Operation einzustufen ist, welche, wie jede andere Operation, das Risiko beinhaltet an der Operation oder an deren Folgen zu versterben. International wurden bei der Leber-Lebendspende fünf Todesfälle berichtet bei mittlerweile ca. 2500 Spenderoperationen. Wie wir heute wissen, kann dieses Risiko durch eine penibel durchgeführte Voruntersuchung vermindert werden. Auch die Häufigkeit der postoperativen Komplikationen, die ein schwerwiegendes Ausmaß annehmen könnten, sind als gering einzuschätzen. Sollte der entnommene Leberanteil bei einer Lebendspende 50 bis 60% der gesamten Lebermaße übersteigen, kann eine vorübergehend eingeschränkte Leberfunktion mit einer leichten Gelbsucht auftreten. Nachdem sich die Lebermasse ausreichend regeneriert hat, was innerhalb von 14 Tagen der Fall ist, tritt in der Regel die Erholung der Leber ein.

Da die Transplantation in aller Regel die letzte Behandlungsmöglichkeit darstellt, ist sie für die meisten Patienten auch die einzige Chance ihr Leben in gewohnter Form weiterzuführen. Nach Abschluss der Transplantation können Sie in Ihren Lebensalltag zurückkehren. Sie können Ihre Arbeit wieder aufnehmen und den gewohnten Aktivitäten nachgehen. Allerdings sollte Ihrerseits bedacht werden, dass auch nach der Transplantation einige "Spielregeln" zu beachten sind: Nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus müssen Sie sich regelmäßig einer Transplantations-Nachsorgeuntersuchung unterziehen.

Es ist fundamental wichtig, dass Sie nach der Transplantation die notwendigen Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) einnehmen. Nur so ist gewährleistet, dass Ihre neue Leber nicht als fremdes Gewebe erkannt und abgestoßen wird. Die Zusammenstellung der notwendigen Immunsuppressiva wird von Ihrem Transplantationsteam individuell für Sie festgelegt. Bei der Einnahme der notwendigen Medikamente können bestimmte Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten, z.B. Grüner Star (Glaukom) und Grauer Star (Katarakt), Zahnfleischwucherung, Bluthochdruck (Hypertonie), Gewichtszunahme, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Verschlechterung der Nierenfunktion, Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), neurologische Probleme, Pilzbefall, erhöhtes Tumorrisiko (CAVE: Krebsvorsorgeuntersuchungen). Zudem ist Ihr Immunsystem geschwächt. Achten Sie bei der Arbeit und der Ernährung immer auf die Hygiene! Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit infizierten Kranken! Nehmen Sie Abstand von großen Menschengruppen ohne sich zu isolieren oder zurückzuziehen!

Ihre Leber kommt von einem anonymen Spender. Unter welchen Umständen eine Leber einem Spender entnommen werden darf, regelt das Deutsche Transplantationsgesetz (TPG).

Über die Vergabe der einzelnen Organe entscheidet eine gesetzliche Institution namens "Eurotransplant". Um dort als Empfänger für ein Organ registriert zu werden und in die Warteliste aufgenommen zu werden, wird Ihr Gesundheitszustand und das Ausmaß Ihrer Erkrankung von der Organisation überprüft. Hierzu sind die Voruntersuchungen durch das Transplantationsteam in Heidelberg notwendig. Durch Abstimmung Ihrer persönlichen Daten mit den Daten eines verfügbaren Organs kann Ihnen dann von Eurotransplant ein Organ zugeteilt werden.

Pauschale Aussagen sind hier nicht möglich, da das immer abhängig von dem Grad der Erkrankung ist. Ihr sogenannter Immunstatus und die Aktivität des Hepatitis C-Virus sind dabei von Bedeutung. Erst wenn die Lebererkrankung sehr fortgeschritten ist oder die Leberfunktion durch Medikamente oder kleinere Eingriffe nicht therapiert werden kann, ist eine Transplantation notwendig.

Erst wenn eine Zystenleber sehr fortgeschritten und die Leberfunktion sehr weit eingeschränkt ist, ist eine Transplantation notwendig. Die Diagnose "Zystenleber" bedeutet nicht automatisch eine Transplantation. Unter Umständen kann Ihnen auch durch eine andere "kleinere" Operation (sogenannte Zystenentdeckelungen) geholfen werden.

Diese kann nur bei einer speziellen Form der Amyloidose (sogenannte vererbte Form) indiziert sein und sollte unbedingt vor dem Manifestwerden schwerwiegender Organkomplikationen durchgeführt werden. Eine Beratung und Betreuung in unserem Amyloidosezentrum ist jederzeit möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die entnommene Amyloidoseleber einem anderen Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung transplantiert werden (sogenannte Dominotransplantation).

Sie haben einen relativen Anspruch auf ein Organ. In erster Linie ist dieser Anspruch davon abhängig, ob die Abstinenz bei Ihnen stabil und auch langfristig gewährleistet ist. Über bestimmte Blutuntersuchungen kann der Alkoholkonsum der letzten Zeit nachgewiesen werden, den Arzt diesbezüglich zu belügen ist daher sinnlos. Bedenken Sie, dass es gegenüber anderen Patienten, die auf ein Organ warten, unfair ist, wieder mit dem Alkoholkonsum zu beginnen.

Ja, bei der Einnahme der notwendigen Medikamente können bestimmte Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten, z.B. Grüner Star (Glaukom) und Grauer Star (Katarakt), Zahnfleischwucherung, Bluthochdruck (Hypertonie), Gewichtszunahme, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Verschlechterung der Nierenfunktion, Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), neurologische Probleme, Pilzbefall, erhöhtes Tumorrisiko (CAVE: Krebsvorsorgeuntersuchungen). Heute können aber diese Nebenwirkungen durch eine geeignete individuelle Wahl der Immunsuppressiva gering gehalten werden.

Selbstverständlich können Sie Reisen unternehmen, allerdings sollten Sie daran denken, dass Ihr Immunsystem geschwächt ist! Insofern sollte das Reiseziel im Hinblick auf die hygienischen Gegebenheiten und Infektionsgefahren hin überprüft werden.

Nein, auch aus juristischen, ethischen und medizinisch-rechtlichen Gründen wird dies abgelehnt.

Über einen Organspendeausweis bei der DSO (Deutsche Stiftung für Organtransplantation) kann man sich als Spender registrieren lassen. Dieser Ausweis kann direkt bei der DSO bezogen werden. Auch bei einem Besuch bei Ihrem Hausarzt kann der Ausweis über diesen beantragt werden.

Liegen Lebererkrankungen, Tumoren oder die Leber betreffende Infektionskrankheiten (z.B. HIV, Tuberkulose usw.) vor, kommen Sie als Spender nicht in Frage. Der Gesundheitszustand eines Spenders wird durch umfangreiche Voruntersuchungen genau erfasst.

Bis zu einem biologischen Alter von 50 bis 60 Jahren kommen Sie als Spender in Frage.

Nein, aus ethischen, rechtlichen und moralischen Gründen ist dies nicht der Fall. Dieser Sachverhalt ist im aktuell gültigen Transplantationsgesetz rechtlich geregelt.

Nach der Organentnahme wird er, entsprechend den vorhandenen ethischen und religiösen Richtlinien, den Nachkommen zur Verfügung gestellt.

Nein, über die Vergabe des Organs entscheidet Eurotransplant. Die Anonymität von Spender und Empfänger bleibt gewahrt.

Ja, eine solche Entscheidung kann jederzeit und ohne Folgen widerrufen werden.

Einen Organspendeausweis erhalten Sie bei der DSO (Deutsche Stiftung für Organtransplantation), dort können Sie sich als Spender registrieren lassen. Dieser Ausweis kann direkt bei der DSO bezogen werden. Auch bei einem Besuch bei Ihrem Hausarzt kann der Ausweis über diesen beantragt werden.

Bei den Spendern bei der Leber-Lebendspende handelt es sich um Verwandte bzw. Angehörige ersten Grades oder Ihnen sehr nahe stehende Personen, die bereit sind, einen Teil Ihrer Leber zu spenden. Die Leber-Lebendtransplantation ist eine neue Behandlungsform bei der von einem gesunden Spender ein Teil der Leber zur Transplantation entnommen wird. Die Entnahme geschieht auf freiwilliger Basis.

Falls Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Transplantations-Zentrum Heidelberg.