MR-Bildgebung bei Hirntumoren

bildgebend

Erklärung

In enger Kooperation mit dem ersten Lehrstuhl für Neuroonkologie in Deutschland (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. W. Wick) erfolgt in der Abteilung für Neuroradiologie eine multimodale MR-Bildgebung bei Patienten mit Hirntumoren. Neben erwachsenen Patienten mit Hirntumoren besteht ein besonderer Schwerpunkt in der Bildgebung von pädiatrischen Hirntumoren in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Pädiatrische Onkologie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. A. Kulozik).

Die Hauptaufgabe der Bildgebung besteht zunächst in einer möglichst präzisen Diagnose des Tumors. Hierzu werden alle modernen Verfahren der MR-Bildgebung angewendet. Mit wird zunächst die Ausdehnung des Tumors sowie des oftmals begleitenden Ödems bestimmt. Eine Kontrastmittelgabe erfolgt, um zu beurteilen, ob eine Störung der Blut-Hirn-Schranke vorliegt. Dies kann einen wichtigen Hinweis darüber liefern, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Mit der kann der Stoffwechsel des Tumors direkt untersucht werden. Auch hier können wertvolle Hinweise auf die Dignität des Tumors gewonnen werden. Mittels kann eine Aussage über die Zelldichte des Tumors gemacht werden. Außerdem können hierdurch zystische Tumoren von Abszessen abgegrenzt werden. Die erlaubt eine Aussage über das Ausmaß der Tumordurchblutung. Neben der initialen Diagnostik des Tumors spielt die Bildgebung im weiteren Verlauf eine große Rolle. Regelmäßige Kontrollen mit der Bildgebung sind erforderlich, um auszuschließen, dass der Tumor z. B. nach einer Operation ein erneutes Wachstum zeigt. Auch hierzu werden sämtliche modernen Verfahren der MR-Bildgebung angewendet. Alle Untersuchungen werden durchgeführt an der höchstmöglichen klinischen Feldstärke (3 Tesla). 

Als ein besonderer Schwerpunkt der Neuroradiologie und Neurochirurgie in Heidelberg steht im OP-Saal der Neurochirurgie ein 1,5 Tesla-MR-Tomograph. Hier werden die Patienten während der Operation mit einem Hochfeld-MRT untersucht, um direkt sicher zu gehen, dass der Tumor komplett entfernt wurde. In Studien konnte gezeigt werden, dass dieses Vorgehen eine vollständigere Entfernung des Tumors ermöglicht.

Multimodales MRT Protokoll zur Charakterisierung eines Hirntumors:
Um vor einer Operation sowie in der Nachsorge Hirntumoren möglichst gut zu charakterisieren kommen in der Abteilung für Neuroradiologie der Universitätsklinik Heidelberg sämtliche modernen MRT-Verfahren zur Anwendung, hier gezeigt an einem Glioblastom: Im T2-w Bild (A) erkennt man den Tumor mit einer umgebenden Hirnschwellung. Im T1-w Bild besteht eine Kontrastmittelaufnahme im Tumor sowie in den inneren Hirnkammern, die infiltriert sind. In der Durchblutungsmessung (perfusionsgewichtetes MRT, C) sieht man dass der Tumor insbesondere in den Randbereichen stark durchblutet ist. Die Spektroskopie (D) liefert Stoffwechselinformationen über den Tumor: Der Proliferationsmarker Cholin ist starkt erhöht, der normale Nervenzellmarker NAA ist stark erniedrigt und es ist Laktat vorhanden. Alle diese Kriterien deuten auf einen bösartigen hirneigenen Tumor (Glioblastom) hin, was dann auch mit der Operation bestätigt wurde.

Spezialisten

Prof. Dr. Martin Bendszus