Zerebrale Diagnostische Angiographie

Sektion Vaskuläre und Interventionelle Neuroradiologie

bildgebend

Erklärung

Die zerebrale diagnostische Angiographie ist eine Röntgenuntersuchung der hirnversorgenden Gefäße mit Kontrastmittel die der Abklärung und Diagnostik zerebraler Gefäßerkrankungen, wie z.B. einer Gefäßeinengung (Stenose), einer Gefäßaussackung (Aneurysma) oder eine Gefäßmissbildung dient.  In Abhängigkeit von der Fragestellung werden ein oder mehrere Gefäße untersucht.

Nach örtlicher Betäubung der Leistenregion wird zunächst die Leistenarterie punktiert. Über die Punktionsnadel wird zunächst ein dünner Draht in das Blutgefäß eingeführt; daraufhin wird über diesen Draht die Punktionsnadel gegen eine Einführhilfe („Schleuse“) ausgewechselt. Nun wird ein Katheter in das Blutgefäßsystem vorgeschoben und mit der Spitze in den hirnversorgenden Gefäßen platziert. Die Steuerung des Katheters erfolgt unter Röntgendurchleuchtung und mit Hilfe eines lenkbaren weichen Kunststoffdrahtes. Über den einliegenden Katheter kann nun Kontrastmittel in das Hirngefäß injiziert und Röntgenaufnahmen des Kontrastmittels während der Passage durch die Hirngefäße gemacht werden. Durch digitale Berechnung der Bilder werden die knöchernen Strukturen des Schädels  automatisch subtrahiert, so dass die arteriellen und venösen Hirngefäße überlagerungsfrei und in höchster Auflösung optimal beurteilt werden können. Manchmal kann man während der Kontrastmittelinjektion ein Wärmegefühl oder ein kurzzeitiges Schwindelgefühl verspüren bzw. kurzzeitig ein Flimmern vor den Augen sehen. Nach der Angiographie wird die Punktionsstelle mit einem speziellen Verschluss-System verschlossen. Dann  ist eine Bettruhe von 6 Stunden erforderlich. Selten ist es notwendig, zusätzlich einen Druckverband für 24 Stunden anzulegen. Zur Überwachung nach der Angiographie ist ein stationärer Aufenthalt bis zum nächsten Morgen nötig. 

Welche Vorbereitung ist notwendig?

Wenn bei Ihnen eine diagnostische Angiographie geplant ist, achten Sie bitte darauf, am Morgen der Untersuchung nüchtern zu bleiben. Falls nicht bereits Blut in unserer Klinik abgenommen wurde, bringen Sie bitte aktuelle Blutwerte (nicht älter als 2 Wochen) mit. Benötigt werden Kreatinin, TSH, T3, T4, Quick, PTT, Thrombozyten. Falls Sie an Diabetes erkrankt sind und Metformin einnehmen, achten Sie bitte darauf, dieses Medikament 48 Stunden vor der Untersuchung abzusetzen. Marcumar muß im Vorfeld der Untersuchung auf Heparin umgestellt werden. Aspirin und Plättchenhemmer stellen kein Problem dar und können wie gewohnt eingenommen werden.

Angiographische Darstellung der rechten Hirnschlagader im frontalen Strahlengang.
Angiographische Darstellung der rechten Hirnschlagader im seitlichen Strahlengang.
Konventionelle Angiographie
3-D-Rekonstruktion eines fusiformen Aneurysmas der linken Wirbelarterie. Die dreidimensionale Darstellung ermöglicht die Betrachtung des Befundes und die genaue Vermessung und ist daher für die präzise Planung von endovaskulären Eingriffen an den Hirngefäßen von Bedeutung.

Komplikationen / Risiken

Mögliche Risiken der Untersuchung sind Kontrastmittelallergien, (Nach-)Blutungen im Punktionsbereich in der Leiste, Infektionen. Sehr selten kann es durch die Manipulation des Katheters an den Hirngefäßen zu Gefäßverletzungen mit dem Risiko eines Schlaganfalls kommen. Insgesamt ist das Risiko für Nebenwirkungen gering, schwere Komplikationen, wie z.B. ein Schlaganfall mit bleibenden neurologischen Ausfällen sind selten [Kaufmann TJ et al., Radiology 2007]. 

Gibt es Kontraindikationen?

Relative Kontraindikationen können bekannte Allergien gegen jodhaltiges Kontrastmittel oder Lokalanästhetika, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Nierenfunktionseinschränkung darstellen. Die Indikation zu der Untersuchung wird in diesem Fall durch den Neuroradiologen überprüft.