Bloodpatch bei Liquorunterdrucksyndrom

Neuroradiologie Sektion Vaskuläre und Interventionelle Neuroradiologie

Erklärung

Bei Patienten mit starken, lageabhängigen Kopfschmerzen wird häufig ein Liquorunterdrucksyndrom diagnostiziert. Dieser entsteht durch Leckagen im Spinalkanal, durch die Nervenwasser verloren geht. Mit Hilfe eines Bloodpatches kann – ähnlich einem Pflaster aus patienteneigenem Blut – die Undichtigkeit beseitigt werden. In der Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg führen wir eine solche Behandlung durch.

Bei einer solchen Bloodpatch wird zunächst, wie bei einer gewöhnlichen Lumbalpunktion, eine dünne Nadel in den Spinalkanal am Rücken eingebracht. Über diese wird zunächst Kontrastmittel injiziert. Durch ein CT kann dann die Stelle bestimmt werden, an der Liquor verloren geht, manchmal werden sogar mehrere Lokalisationen gefunden. Anschließend werden mehrere Nadeln in oder um die ausfindig gemachte Stelle mit Hilfe der Computertomographie positioniert. Danach erfolgt die sterile Entnahme von Eigenblut. Dieses wird mit ein wenig Kontrastmittel gemischt und über die eingebrachten Nadeln in bzw. um den Ort des Liquorlecks injiziert. Das eingebrachte Blut verschließt dann das Liquorleck.

Das zeichnet uns aus

  1. Große Neuroradiologie: Wir führen alleine täglich mehr als 30 CT-Untersuchungen durch.
  2. Viel Erfahrung: Für unsere Neuroradiologen ist eine Bloodpatch eine Routinebehandlung.
  3. Modernes Gerät: Mehrschichttomograph zur präzisen Bildgebung (Flachdetektor-CT-Untersuchung)

Wann sollte ein Bloodpatch durchgeführt werden?

Die häufigste Indikation für die Durchführung eines Bloodpatches ist das Liquorunterdrucksyndrom (seltener auch spontane intrakranielle Hypotension oder Liquorhypovolämiesyndrom genannt). Bei nur gering ausgeprägten Symptomen und einer kurzen Beschwerdedauer (unter 2 Wochen) kann eine konservative Therapie durchgeführt werden. Diese besteht vor allem aus strenger Bettruhe und Koffeineinnahme.

Sind die Beschwerden stark ausgeprägt, dauert die Symptomatik schon länger als zwei Wochen an und sind konservative Therapiemaßnamen nicht ausreichend wirksam, ist zur Behandlung des Liquorunterdrucksyndroms die Durchführung eines Bloodpatches indiziert.

Die Erfolgsaussichten beim Bloodpatch liegen zwischen 80 bis 90 Prozent. Ist der Ort, an dem der Liquor verloren geht nicht sicher nachweisbar, sind die Erfolgsaussichten etwas geringer.

Was ist ein Liquorunterdrucksyndrom?

Ein Liquorunterdrucksyndrom zeichnet sich durch einen erniedrigten Druck im Subarachnoidalraum aus – einem Raum des zentralen Nervensystems, in dem sich das Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) befindet. Man geht davon aus, dass nicht nur der Druck in diesem Raum vermindert, sondern dass auch das vorhandene Liquorvolumen reduziert ist.

Das häufigste Symptom des Liquorunterdrucksyndroms sind lageabhängige Kopfschmerzen, die im Stehen besonders stark ausgeprägt sind und im Liegen rückläufig oder nicht vorhanden sind. Weitere mögliche Symptome sind Nackenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die möglichen Beschwerden beim Liquorunterdrucksyndrom sind sehr variabel, sodass auch weitere, hier nicht aufgeführte Symptome möglich sind.

Wie entsteht das Liquorunterdrucksyndrom?
Das Liquorunterdrucksyndroms entsteht in der Regel durch einen Verlust von Liquor im Bereich des Spinalkanals (auch Wirbelkanal genannt). Die häufigsten Ursachen eines Liquorunterdrucksyndroms sind Leckagen durch Schwachstellen der Hirnhaut an den Wurzeltaschen der Nerven, welche aus dem Rückenmark entspringen sowie Einrisse der Hirnhäute durch Bandscheiben, Knochenvorsprünge oder andere, meist degenerative Veränderungen der Wirbelsäule.

Eine seltene Ursache des Liquorunterdrucksyndroms ist die so genannte Liquor-Venen-Fistel, eine aberrante Verbindung zwischen Subarachnoidalraum und Venen des Spinalkanals.

Welche Diagnostik ist vor der Durchführung eines Bloodpatches erforderlich?

Zur Diagnose des Liquorunterdrucksyndroms sollten vor der Durchführung eines Bloodpatches eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels mit Kontrastmittelgabe sowie eine MRT der Wirbelsäule erfolgen. Gegebenenfalls kann vor dem Bloodpatch noch eine Myelographie-Computertomographie durchgeführt werden.

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