Endothelialer Hornhautersatz: Descemet membrane endothelial keratoplasty (DMEK)

Hornhaut- & Transplantationschirurgie, LIONS-Hornhautbank

Erklärung

Die endotheliale Keratoplastik ‚Descemet membrane endothelial keratoplasty‘ (DMEK) hat sich in den vergangenen 15 Jahren zur Standardtherapie der Cornea guttata (Abb. 1) bei Fuchs’scher Hornhautendotheldystrophie sowie anderen endothelialen Hornhauterkrankungen entwickelt.

Der große Vorteil der DMEK ist der selektive Austausch des erkrankten Gewebes (corneale Guttae (Abb. 2A vor Operation, 2B postoperativ) mit Versorgung ohne Nähte. Dies ermöglicht im Vergleich zu den Vorgängermethoden eine schnellere und bessere Visusrehabilitation. Deshalb wird seit der Einführung dieser Methode die Indikation zur Behandlung deutlich früher gestellt. In diesem Zusammenhang konnten wir die zusätzliche Erweiterung des Indikationsspektrums aufzeigen, da neben der Visusrehabilitation auch das Kontrastsehen der Patienten durch die DMEK wesentlich verbessert werden kann. Somit kann die Operation auch bei Patienten mit verhältnismäßig gutem Visus, aber reduziertem Kontrastsehen bereits durchgeführt werden. Desweiteren wird mittels Optischer Kohärenz-Tomographie (OCT) sowie Scheimpflug- Tomographie die Hornhautgeometrie untersucht, um ein mögliches subklinisches Hornhautödem zu detektieren. So kann der richtige Operationszeitpunkt noch genauer festgelegt werden. Wir führen die Operation nach standardisiertem Vorgehen mehrmals wöchentlich durch.

Abbildung 1. A. Histologische Analyse zeigt unterschiedlich große Guttae (schwarze Pfeile). B. Die konfokale Mikroskopie der Hornhaut zeigt einen Polymegathismus und Pleomorphismus der Endothelzellen. Es können mehrere Formen von Guttae beobachtet werden (weiße Pfeile). C. Die konfokale Mikroskopie des gesunden Endothels zeigt seine hexagonale Form und das Fehlen von Guttae.
Abbildung 2. A. Eine Hornhaut mit erkranktem Endothel führt zu einer Schwellung der Hornhaut, die das Sehvermögen verschlecht. B. Das postoperative Bild nach der DMEK zeigt die schnelle Wiederherstellung einer klaren Hornhaut mit der Luftblase in der Vorderkammer, die das Transplantat in Position hält.