Eröffnung venöser Stenosen bei erhöhtem intrakraniellen Druck

Sektion Vaskuläre und Interventionelle Neuroradiologie

Erklärung

In der Neuroradiologie der Uniklinik Heidelberg öffnen oder erweitern wir verengte Venen (venöse Stenosen) im Gehirn, die sich durch einen erhöhten intrakraniellen Druck bemerkbar machen. Hierzu weiten wir die Gefäßwände mit Hilfe eines Ballons (Ballondilatation) und/oder setzen einen Stent. Dies ist ein relativ neuer Behandlungsansatz, bei dem wir aber bereits viel Erfahrung aufweisen können.

Die Diagnose „venöse Stenose“ erfolgt üblicherweise bei uns in der Neuroradiologie mit Hilfe einer venösen MR-Angiographie – einem hochauflösenden, bildgebenden Untersuchungsverfahren zur Darstellung von Blutgefäßen des Gehirns. Die endgültige Indikation wird im Rahmen einer Katheterangiographie durch die Bestimmung des Druckgradienten vor und hinter der Stenose gestellt.

Das zeichnet uns aus

  1. Größte universitäre neurointerventionelle Einheit Deutschlands
  2. Bereits gute Erfahrungen bei Anwendung eines neuen Behandlungsansatzes zur Behandlung venöser Stenosen
  3. Angiographien der neusten Generation, hochauflösend in zwei Ebenen
  4. Wir legen großen Wert auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit!

Leitsymptome für erhöhten intrakraniellen Druck sind häufig Kopfschmerzen oder Druckgefühl im Kopf ohne wirkliches Schmerzempfinden. Ebenfalls typisch sind Verspannungen im Hals- und Brustwirbelbereich, die besonders bei der Drehung des Kopfes empfunden werden. Deshalb wurde früher ein erhöhter intrakranieller Druck als „Pseudotumor cerebri“ oder „idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH)“ bezeichnet.

Weiterhin können optische Wahrnehmungen auftreten wie langanhaltendes „Blitzen“ in den Augen nach plötzlicher körperlicher Anstrengung oder Missempfindungen geometrischer Flächen wie z. B. Fliesenböden (Boden erscheint gewölbt oder wellig). Typisch sind auch Schwindelgefühle und Übelkeit. Ursache für die Symptome ist der erhöhte Nervenwasserdruck (Liquordruck) auf den Sehnerv.

Der moderne Behandlungsansatz der Ballondilatation oder Stentimplantation eines venösen Hirnsinus, den wir in der Neuroradiologie Heidelberg verfolgen, sollte vor allem dann erwogen werden, wenn eine schwere oder rasch fortschreitende Verschlechterung der Sehschärfe unter medikamentöser Behandlung besteht und zugleich eine Stenose eines Sinus vorliegt.

Hochgradige Einengung (Stenose) im venösen Abflusssystems des Gehirns: Oben links („vor Stent“, rote Pfeile) ist eine Stenose am Übergang des rechten Sinus transversus in den rechten Sinus sigmoideus gezeigt (Ansicht von vorne), genau an der Einmündungsstelle der Vena Labbé. Vor und hinter der Einengung wurde mit einem winzigen Druckmesser (Mikrokatheter) bestimmt, wie hoch das Druckgefälle bzw. die Flussbehinderung über die Engstelle hinweg ist. In diesem Fall war ein deutliches Druckgefälle als Erklärung für die schweren therapieresistenten Kopfschmerzen und Sehstörungen messbar. Über einen kleinen Venengefäßzugang in der Leiste wurde in Vollnarkose mit weiteren Kathetern (feine Plastischläuche) und feinen Führungsdrähten ein Gefäßstent bis genau in die Stenose eingebracht und entfaltet („nach Stent“, grüne Pfeile). Durch die Stententfaltung wurde die Einengung/Stenose langfristig behoben. Die Kopfschmerzes und Sehstörungen besserten sich deutlich.

Die wichtigsten Risiken sind Rezidiv-Stenosen (wiederkehrende Stenosen) oder Verletzungen des Sinus durch die Ballondilatation, die zu einer Hirnblutung führen können. Beide Komplikationen sind aber relativ selten. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose.

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