Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie

Bereich Konservative Orthopädie und Schmerztherapie

Erklärung

Wann ist eine interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie sinnvoll?

Die Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie dient der Behandlung chronischer und wiederkehrender Schmerzen der Haltungs- und Bewegungsorgane. Sie wird empfohlen, wenn trotz ambulanter Behandlung die Beeinträchtigung durch Schmerzen nicht gelindert werden kann und der Lebensvollzug beeinträchtigt wird.

Was ist eine interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie?

Die  interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie bedeutet, dass die Patienten unter Anleitung körperlich üben, entspannen und Verständnis finden für die eigene Situation. Patienten lernen  trotz und wegen der Schmerzen - selbstbestimmt zu handeln und Freude an ihrem Körper zu finden. In den meisten Therapiestunden  bilden die Patienten Therapiegruppen. Die Gruppentherapien werden durch Einzeltherapiestunden ergänzt. Zu Beginn einer jeden Woche erhält jeder Patient seinen Therapiewochenplan.

Ärzte, Psychologen und Physio- und Ergotherapeuten arbeiten zusammen nach einem gemeinsamen Konzept. Dadurch erreicht die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie für jeden Patientenmehr als die Summe der Einzelmaßnahmen.

Der Name leitet sich ab von: viele (lateinisch: multi) Arten (lateinisch: modi) der Behandlung.

Zur körperlichen Therapie zählen:

  • Einzeltherapie
  • Training im Gelände
  • Spiel in der Halle
  • Körpererfahrung
  • Medizinische Trainingstherapie an Geräten
  • Tanztherapie
  • Arbeitstherapie (unter ergotherapeutischer Anleitung)

Zur psychologischen Therapie zählen:

  • Einzelgespräche
  • Schmerzbewältigungstraining
  • Training gesundes Verhaltens
  • Entspannungstraining
  • Musiktherapie
  • Partnertherapie

In die ärztliche Kompetenz fallen neben typischen medizinischen Aufgaben wie Beurteilung und Kontrolle medizinischer Befunde, Beurteilung von Bildern und Laborbefunden, Medikamentenüberwachung und Medikamentenentzug

  • Erläuterung eine Krankheitsmodells, dass dem Patienten eigenes Handeln ermöglicht
  • Förderung des Krankheitsverständnisses
  • Sicherstellung der weiteren Konzeptverfolgung nach Beendigung der interdisziplinären multimodalen Therapie  durch Arztbrief und Absprachen mit weiter behandelnden Ärzten und Therapeuten.

Therapieaufbau:

Alle Patienten treffen sich morgens um 08:00 in der Tagesklinik.

Die Therapiezeiten liegen zwischen 8:00h und 16:30h.

Um 9.00 Uhr beginnt der Frühsport „Belastungstraining im Gelände“ ( Nordic Walking) das Laufen mit und ohne Stöcke – egal bei welchem Wetter im Freien zum Ausdauertraining und zur Überwindung von Bewegungs- und Schmerzängsten.

Es folgen Module zur Rumpfstabilisierung( Wirbelsäulengymnastik) und zur Schulung der Köperempfindung (Körperwahrnehmung: Bewegen im Raum, Berühren und Berührt werden). Tanz und Musiktherapie üben den Körperausdruck und die Entspannungsfähigkeit und fördern so neue positive – schmerzunabhängige – Körpererfahrung.

Die Sporttherapie umfasst im Wesentlichen das gerätegestützte Krafttraining , das die Leistungsfähigkeit fördert. Dehnen, Koordinationsschulung und Klettern runden ebenso wie Aggressionstraining die Angebote ab.

In regelmäßigen Einzelgespräche mit Ärzten und Psychologen thematisiert der Patient seine Situation. In Gruppengesprächen arbeiten alle Patienten gemeinsam an Fragestellungen, die sich aus ihren Schmerzen ergeben.

Zuletzt wird die Übertragung der Erkenntnisse aus der Tagesklinik auf den persönlichen Alltag des Patienten vorbereitet.

Beispiel eines Therapiewochenplans ( Module) der Interdisziplinären Multimodalen Schmerztherapie. Dazwischen und nicht ausgewiesen: physiotherapeutische, psychologische und ärztliche Einzelbehandlungen und Biofeedbacks- Behandlungen.

Zwischen den Gruppentherapien liegen also physiotherapeutische (3x/ Wo), ärztliche (2x/ der Wo ) und psychologische Einzeltherapien (2x/ Wo).

Das Team

Zum Team gehören Mitglieder verschiedener Berufe:

  • Ärzte
  • Psychologen/ Psychotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Musiktherapeuten und Tanztherapeuten
  • Sozialarbeiter

Das Team trifft sich mindestens einmal in der Woche zu einer gemeinsamen Besprechung. Alle Patienten werden jeweils mit ihrer Krankengeschichte, Überzeugungen, Verhalten, Biographie,  körperliche Befunde vorgestellt. Therapiefortschritte werden ebenso diskutiert wie Schwierigkeiten in der Behandlung. Auf diese Weise finden wir ein gemeinsames Verständnis für jeden einzelnen Patienten.

Spezialisten

Portrait von Prof. Dr. med. Marcus Schiltenwolf

Prof. Dr. med. Marcus Schiltenwolf

Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie
Arzt für physikalische Medizin und Rehabilitation
Schmerztherapie, Chirotherapie, Sportmedizin, Handchirugie, Psychotherapie