Perforierende Notfall-Keratoplastik (pKPL à chaud)

Hornhaut- & Transplantationschirurgie, LIONS-Hornhautbank

Erklärung

Infektiöse und ulzerative Keratitiden stellen in Deutschland ein zunehmendes Problem dar, das in einem Teil der Fälle nicht allein durch konservative Therapie zu behandeln ist. Die meist verspätete Diagnosestellung und die eingeschränkten konservativen Behandlungsoptionen bei beispielsweise mykotischen (Pilz-) oder parasitären Infektionen mit potentiell visusbedrohendem Verlauf machen chirurgische Maßnahmen nötig. Durch die zunehmende Anwendung von Kontaktlinsen und möglichweise durch die veränderten klimatischen Bedingungen ist ein weiterer Anstieg der Fallzahlen in Deutschland zu erwarten. Bei ausbleibender Besserung ist die frühzeitige Durchführung einer notfallmäßigen Keratoplastik maßgeblich für den Therapieerfolg. 

Durch unsere eigene Hornhautbank und die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebe-Transplantation (DGFG) können wir kurzfristig auf Gewebe für Notfallkeratoplastiken zugreifen.
 

Abbildung. A. Eine fulminante Hornhautinfektion führt zu einer ausgeprägten Infiltrat-, Ulkus- und Hypopyonbildung. B. Das postoperative Bild nach perforierender Keratoplastik à chaud zeigt eine klare und gesunde Spenderhornhaut, die über Einzelknopfnähte fixiert wurde.