Einrichtungen

Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Individuen, Paare und Familien

Gehört zu Institut für Medizinische Psychologie

Allgemeinambulanz

Kontakt
Bergheimer Straße 20
69115 Heidelberg
Anfahrt

06221 56-8149

Wichtige Informationen

UNSERE AMBULANZ

In der Ambulanz des Instituts für Medizinische Psychologie arbeiten Psychotherapeut*innen unterschiedlicher therapeutischer Richtungen in einem gemeinsamen Team.  
 

WEN BEHANDELN WIR?

Wir behandeln Personen mit einer psychischen Erkrankung sowie Personen, die aufgrund einer körperlichen Erkrankung auch psychisch stark belastet sind. Unser Angebot richtet sich insbesondere auch an Patient*innen

in der Zeit nach einem stationären Aufenthalt im Universitätsklinikum Heidelberg, wenn eine ambulante psychotherapeutische Weiterbehandlung andernorts nicht rechtzeitig begonnen oder bei der jeweiligen Erkrankung nicht angeboten werden kann.

Häufige psychische Symptome sind

  • Affektive Beschwerden wie Depressionen, Stimmungsschwankungen oder Antriebsstörungen
  • Ängste wie Panikattacken, soziale Phobie, spezifische Phobie oder generalisierte Sorgen über verschiedenste Ereignisse und Gefahren
  • Reaktionen auf Belastungen, Lebensveränderungen, körperliche Erkrankung oder traumatische Ereignisse
  • Dissoziative Symptome mit Störungen der Wahrnehmungs- und Denkfunktionen
  • Zwänge wie Grübelzwang, wiederkehrende Gedankengänge oder Zwangshandlungen
  • Psychosomatische Beschwerden wie Schmerzzustände, Krankheitsängste oder eine anhaltende Beschäftigung mit dem eigenen Körper
  • Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Anhaltende Abweichungen im Erleben und Verhalten mit sozialen oder persönlichen Konsequenzen
     

WIE BEHANDELN WIR?

Auch in belastenden Lebenssituationen verfügen Menschen über psychische, körperliche und soziale Widerstandskräfte, die wir in der Therapie und Beratung nutzen wollen. Deshalb widmen wir uns in unseren Gesprächen neben einer sorgfältigen Analyse der Schwierigkeiten und Probleme dem Suchen ganz individueller Lösungsmöglichkeiten. Die Behandlung erfolgt unter Berücksichtigung der Lebenssituation und –geschichte der/des Patientin*en und bei Bedarf und wann immer möglich unter Einbezug des persönlichen sozialen Umfeldes. Wir bieten psychotherapeutische Gespräche im Einzel- und Mehrpersonensetting mit Partnern, Familienangehörigen und Bezugspersonen an. Das Angebot basiert auf einem breiten Spektrum von Verfahren, die als Teil der kassenärztlichen Versorgung zugelassen und abrechenbar sind. Dazu gehören die kognitive Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die analytische Psychotherapie und die systemische Psychotherapie. Weiterhin bieten wir spezifische Beratung, weitere Interventionsformen und Supervision an (siehe auch „WEITERE ANGEBOTE UNSERER AMBULANZ“).
 

WARUM THERAPIE MIT EINBEZUG DES NAHEN SOZIALEN UMFELDES?

Häufig sind durch die Erkrankung einer Person auch die/er Partner*in oder andere Familienmitglieder betroffen und belastet. Darüber hinaus stellen nahe Bezugspersonen häufig eine wichtige Unterstützungsquelle dar. Wie die/der Partner*in oder andere Familienmitglieder mit der Erkrankung umgehen und wie Sie die Situation für sich als Paar oder Familie wieder verbessern können, ist deshalb ein wichtiger Fokus unserer Arbeit. Es hat sich gezeigt, dass der Einbezug des wichtigen, nahen sozialen Umfeldes für den Verlauf und die Bewältigung einer individuellen Erkrankung außerordentlich hilfreich und unterstützend ist.  
 

VORGEHEN UND ABLAUF EINER PSYCHOTHERAPIE

  • Erstkontakt per Telefon oder E-Mail

In der Regel wird nach einem Erstkontakt per Telefon oder E-Mail ein Sprechstundentermin vereinbart.

  • Psychotherapeutische Sprechstunde

Die psychotherapeutische Sprechstunde (1-3 Sitzungen) bietet einen niederschwelligen Zugang, wenn psychische Belastungen vorliegen. Hier können eine Beratung, Information, Klärung des individuellen Behandlungsbedarfs und ggf. eine kurze psychotherapeutische Intervention erfolgen.
Vor Beginn einer Behandlung erfolgen eine sorgfältige Abklärung Ihres Anliegens und eine Indikationsstellung für Ihre spezifische Situation. In diesem Prozess wägen wir ab, ob Sie von einer Einzelpsychotherapie, einer Einzelpsychotherapie unter Einbezug ihres wichtigen sozialen Umfeldes oder ob Sie von einer Paar- oder einer Familientherapie mit Fokus auf Ihr Miteinander profitieren können. Wir erwägen die Passung der verschiedenen therapeutischen Verfahren. Wir überprüfen dabei, ob ggf. weitere – z.B. medizinische – Abklärungen indiziert sind.

  • Probatorik

Bei psychotherapeutischem Bedarf dient die nachfolgenden probatorischen Phase (2-4 Sitzungen) der Vorbereitung einer Psychotherapie mit dem Kennenlernen vor Therapiebeginn, der Diagnostik, sowie der Erarbeitung eines Verständnisses Ihrer Schwierigkeiten und eines individuellen Behandlungskonzepts.

  • Beantragung einer Psychotherapie und Behandlungsphase

Nach der Beantragung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse folgt bei Bewilligung die Behandlungsphase.
Frequenz und Dauer der Therapie variieren je nach Störungsbild, Therapiezielen sowie des angewandten psychotherapeutischen Verfahrens. Möglich sind Akutbehandlungen (bis zu  12 Sitzungen), Kurzzeittherapien (bis zu 24 Sitzungen) und Langzeittherapien (je nach Verfahren). Damit kann die Gesamtbehandlungsdauer je nach Bedarf stark variieren, von einigen Wochen oder Monaten bis hin zu zwei oder drei Jahren.
Therapiesitzungen finden in der Regel wöchentlich statt und dauern 50 Minuten. Gespräche mit Einbezug des sozialen Kontextes – beispielsweise als Paar oder Familie – können 50 oder 100 Minuten dauern und werden je nach Bedarf und Indikation flexibel geplant.

Die Sitzungen können vor Ort oder per Videokonsultation stattfinden.
 

SCHWERPUNKTMÄSSIGE AUSRICHTUNG VERSCHIEDENER PSYCHOTHERAPEUTISCHER VERFAHREN

  • Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden das Ergebnis von Lernprozessen sind. Zu Beginn untersuchen Patient*in und Therapeut*in die Probleme und erarbeiten, welche Bedingungen und Verhaltensweise dazu führen. In einer Verhaltenstherapie eignet sich die/der Patient*in neue Sicht- und Verhaltensweisen an, um die Probleme zu überwinden. Hier werden Einstellungen und Gedanken hinterfragt, sodass aktiver Gestaltungsspielraum in der Reaktion auf Ereignisse entsteht. Dabei werden Gedanken, Gefühle und körperliche Prozesse genau beobachtet. Zudem setzt die/der Therapeut*in Techniken wie zum Beispiel Angstbewältigungsstrategien, Verhaltensübungen, Rollenspiele oder Vorstellungsübungen ein.

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie basiert auf der Psychoanalyse und ihren Weiterentwicklungen und setzt diese fokussiert ein. Die Tiefenpsychologie betont die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen und hierin wirksam werdende unbewusste Konflikten, desintegrierte Bedürfnisse und biographische Erfahrungen. Die Therapie setzt damit an den psychodynamisch wirksamen Kräften im Hintergrund der Symptome an. Die therapeutische Arbeit ist von der Entdeckung von Verständniszusammenhängen, emotionalem Nacherleben und der Entwicklung neuer Bewältigungsmöglichkeiten und Beziehungserfahrungen geprägt. Dabei wird die Selbstwirksamkeit in Bezug auf die Selbstregulierung und die Beziehungsregulierung gezielt gefördert.

  • Analytische Psychotherapie

Die analytische Psychotherapie steht in der Tradition der klassischen Psychoanalyse. Sie nimmt an, dass Krankheitssymptome durch konflikthafte unbewusste Verarbeitung von früher im Leben erworbenen Lebens- und Beziehungserfahrungen verursacht und aufrechterhalten werden. In der therapeutischen Beziehung spielt das Erkennen und Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen, Erinnerungen und Beziehungsmustern eine zentrale Rolle. Die analytische Therapie ist im Vergleich zu den anderen Therapieverfahren auf einen längeren Zeitraum ausgelegt, sie erfolgt mit einer höheren Sitzungsfrequenz entweder im sitzenden oder klassisch im liegenden Setting auf der Couch.

  • Systemische Psychotherapie

Ein zentrales Konzept der systemischen Psychotherapie ist es, Probleme im Kontext des sozialen Systems genauer zu verstehen – d.h. den Blick auf Beziehungs- und Kommunikationsmuster zu richten. Das Umfeld der/des Patient*in, Familienangehörige und/oder wichtige Bezugspersonen werden in die Therapie eingebunden und Gespräche finden häufig im Mehrpersonensetting statt. Die Therapie orientiert sich an den Anliegen und Aufträgen der/des Patientin*en bzw. des sozialen Systems. Der Fokus liegt auf einer Ressourcen- und Lösungsorientierung und der Entwicklung von Perspektivenerweiterung. Ziel ist es, Interaktionsmuster zu identifizieren, die an der Problemaufrechterhaltung beteiligt sind und diese unterbrechen und gemeinsam neue bzw. andere Interaktions- und Kommunikationswege anzustoßen.
 

WISSENSCHAFTLICHE UND ETHISCHE GRUNDLAGEN

Wir folgen einem evidenz-basierten Vorgehen, d.h. es kommen Verfahren und entsprechende therapeutische Techniken zum Einsatz, die vielfach in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt und effektiv in der Behandlung von psychischen Störungen sind. Im Rahmen unserer Einbettung in den universitären Kontext sind wir stets daran interessiert und engagieren uns dafür, die Qualität unserer Arbeit zu sichern und wissenschaftlich zu evaluieren.

Unser psychotherapeutisches Team arbeitet gemäß den berufsethischen Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie e.V. (https://www.dgps.de/fileadmin/documents/Empfehlungen/ber-foederation-2016.pdf) und folgt der Berufsordnung der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg für psychologische Psychotherapeut*innen (https://www.lpk-bw.de/sites/default/files/kammer/satzungen/berufsordnung-lpk-bw.pdf). Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Würde und Autonomie eines Menschen zu achten und das jeweilige eigenverantwortliche Handeln und das Leben nach eigenen Überzeugungen zu respektieren. Wir übernehmen Verantwortung für die besondere Situation, in denen sich Menschen uns anvertrauen. Unser professionelles Agieren folgt der Idee, die persönliche Integrität eines Jeden zu wahren und zu fördern sowie wertschätzend miteinander umzugehen.
 

ÜBERWEISUNG UND ABRECHNUNG

Die Kosten für Sprechstundentermine werden von Ihrer Krankenversicherung übernommen. Die psychodynamische, verhaltenstherapeutische und systemische Psychotherapie sind wissenschaftlich begründete Verfahren, deren Kosten von  der Krankenkasse getragen werden, wenn eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt und ein Behandlungserfolg in Aussicht steht. Diese psychotherapeutischen Leistungen sind beantragungspflichtig und obliegen der Bewilligung durch die Krankenkasse. Bitte bringen Sie zum Erstgespräch Ihre Krankenkassenkarte mit.
 

LEITUNG, KONTAKT UND ANMELDUNG

Leiterin der psychotherapeutischen Ambulanz am Institut für Medizinische Psychologie ist Dr. sc. hum. Dipl.-Psych. Corina Aguilar-Raab. Stellvertretende Leiterin ist Dr. phil. M. Sc. Psych. Julia Huber. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 06221 56-8149 oder per E-Mail: Ambulanz.Medpsych(at)med.uni-heidelberg.de

Unsere telefonischen Sprechzeiten sind: Dienstags 15:30 – 17:00 Uhr und Donnerstags 9:00 Uhr – 10:50 Uhr
 

WEITERE ANGEBOTE UNSERER AMBULANZ

Wir bieten neben den beschriebenen Psychotherapieverfahren auch weitere psychologische Interventionen an. Dazu gehören:

  • Beratungsangebote für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch („Kinderwunschsprechstunde“)
  • Beratungsangebote für Frauen während und nach der Schwangerschaft
  • Spezialambulanz für Ältere Paare
  • Musiktherapie
  • Psychotherapeutische Einzel- und Teamsupervisionen
  • Supervisionen für Führungskräfte, Teams und Organisationen, insbesondere Dienstleister im Gesundheitsbereich bzw. in der Krankenversorgung

Nähere Informationen und Ansprechpartner finden Sie auf unserer Homepage
www.medpsych.uni-hd.de unter »Leistungsspektrum«.

Leitung

Portrait von Dr. sc. hum. Corina Aguilar-Raab

Dr. sc. hum. Corina Aguilar-Raab


Dipl.-Psych.


06221 56-8135

Stellvertretende Leitung

Dr. phil. Julia Huber