Uterusmyom

Myomzentrum

Definition der Erkrankung

Uterusmyome sind die häufigsten Neubildungen des weiblichen Genitaltraktes. Es handelt sich um gutartige Tumoren/Geschwulste, die von der Muskelschicht der Gebärmutter ausgehen und aus Muskelzellen und Bindegewebe bestehenden. Sie treten bei 20 - 30% aller Frauen jenseits des 30. Lebensjahres auf.

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Symptome

Oft sind Gebärmuttermyome symptomlos und werden zufällig im Rahmen einer Ulraschalluntersuchung diagnostiziert. Sie können jedoch abhängig von ihrer Größe, Anzahl und Lage sowohl leichte als auch schwere Beschwerden verursachen.

10-20% der Frauen mit nachgewiesenen Myomen klagen über starke behandlungs-bedürftige Schmerzen oder Zyklusbeschwerden, welche in Kombination mit größerem Blutverlust zu Anämien führen. Die häufigsten Begleitsymptome sind:

  • Krämpfe während der Menstruationsblutung
  • Unterbauchschmerzen und Druckgefühl
  • Rücken- oder Flankenschmerzen, bedingt durch Druck von Myomen auf Nervenbahnen, welche das Becken und die Beine versorgen
  • Schmerzen während des Sexualverkehrs
  • Druck auf die Harnblase mit vermehrtem Harndrang auch nachts
  • Druck der Myome auf Harnleiter führt zu Harnstau

Wer ist von Uterusmyomen am häufigsten betroffen?

20-40% aller Frauen über 35 leiden unter Myomen des Uterus. . Während der Schwangerschaft kann es durch einen erhöhten Östrogenspiegel zu einem beschleunigten Wachstum kommen.

Nach der Menopause, nach Abfallen des Östrogenspiegels, nehmen die Beschwerden ab. Die postmenopausale Hormontherapie kann ebenfalls das Wachstum der Myome beschleunigen.

Welche Folgen haben Myome für die Patientin?

Obwohl die Erkrankung im weiblichen Beckenraum beginnt, kann sie sich doch letztendlich auch auf Körper und Psyche der Patientin auswirken.

Ein durch die Krankheit entstehender Leidensdruck resultiert oft in starken emotionalen und psychischen Störungen, die viele Lebensbereiche betreffen können. So ist festzustellen, dass je nach Schwere der Erkrankung die Lebensqualität der Patientin eingeschränkt wird.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und ungewollte Kinderlosigkeit können sehr negative Auswirkungen auf die Lebensumstände einer Patientin zur Folge haben.

Betroffene, die unter starken Schmerzen leiden, fühlen sich schnell überfordert und stoßen oftmals auf Unverständnis in ihrer Partnerschaft, ihrem Freundeskreis und ihrer Arbeitswelt.

Frauen mit Myomen berichten über ein oder mehrere der folgenden Symptome:

Druck- und Verdrängungserscheinungen, Schmerzen

Durch Druck der Myome auf benachbarte Organe wie Blase, Darm oder vorbeiziehende Nervenbahnen kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Druckgefühl auf der Harnblase mit verstärktem Harndrang
  • Druckgefühl auf den Darm mit ggf Stuhlentleerungsstörungen
  • Druck/Fremdkörpergefühl im Beckenbereich
  • Rückenschmerzen, auch in die Beine ziehend  
  • Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs
  • Schwere Bauchschmerzen durch peritoneale Reizerscheinungen

Blutungsstörungen

Die Monatsblutung kann durch Myome verstärkt, verlängert oder unregelmäßig sein. Als Folge kann eine Blutarmut durch Absenkung des Bluteisenspiegels (Eisenmangelanämie - Sekundäre Anämien durch Blutverlust) auftreten. Zudem können Myome während der Regelblutungen starke krampfartige Schmerzen auslösen.

Unerfüllter Kinderwunsch

Myome müssen eine Schwangerschaft weder verhindern noch beeinflussen. Jedoch kann ein Myom, das direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submukös) oder in der Nähe der Eileiter liegt den Eintritt einer Schwangerschaft verzögern oder verhindern.

Ursachen

Als Ursache werden konstitutionelle und genetische Einflüsse diskutiert. Des Weiteren steht die Entstehung von Myomen in Zusammenhang mit der hormonellen Stimulation. Als weitere Ursache werden konstitutionelle und genetische Einflüsse diskutiert. Die Größe der Myome variiert dabei von wenigen Millimetern bis hin zu 30 cm und mehr. In zwei Drittel der Fälle lassen sich multiple Myome im Uterus finden. Uterusmyome können an jeder Stelle der Gebärmuttermuskelwand gefunden werden.

Diagnose

Man unterscheidet je nach Lokalisation drei Myomtypen:

Intramurales Myom

Dies ist der häufigste Myomtyp der Gebärmutter.

Diese Myome liegen tief in der Gebärmuttermuskulatur.

Dort können sie bedingt durch die Beeinträchtigung der Funktion der Gebärmuttermuskulatur zu Blutungsstörungen, Unfruchtbarkeit und Schmerzen führen.

Submuköses Myom

Dieses wächst direkt unter der Schleimhaut zur Gebärmutterhöhle hin und verursacht verstärkte Regelblutungen in Kombination mit krampfartigen Schmerzen.

Seröses Myom

Dieses liegt der Uteruswand auf und gibt damit der Gebärmutter ein knolliges Aussehen.

Die Beschwerden entstehen durch Druck- und Verdrängungserscheinungen auf umgebende Organe. Eine mögliche Komplikation der serösen Myome besteht in der Stieldrehung, was zu schwersten akuten Bauchschmerzen führt.

Oftmals werden Myome bei beschwerdefreien Patientinnen nur bei Routineuntersuchungen entdeckt.

Sollten sich jedoch Beschwerden und/oder ungewollte Kinderlosigkeit einstellen, steht zunächst ein Arztbesuch im Vordergrund. Um Myome sicher zu diagnostizieren, müssen Patientin und Frauenarzt gemeinsam mehrere Schritte durchlaufen.

Um Ihnen eine individuelle Therapieentscheidung bieten zu können, ist neben einer ausführlichen Anamnese eine genaue Diagnostik der Myome erforderlich. Diese findet im Rahmen der gynäkologischen Tastuntersuchung, sowie unterstützend durch Ultraschall und ggf. weiterführender Bildgebung (wie MRT) statt. Die Zuordnung und Größenausdehnung gelingt mittels Ultraschall, im Einzelfall kann auch eine Magnetresonanztomographie erforderlich sein.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter ist ein risikoarmes Standardverfahren zur Beurteilung der Größenausdehnung, Anzahl und vor allem Lage der Myom.

Sie kann sowohl transvaginal als auch von außen über die Bauchdecke durchgeführt werden und dauert nur wenige Minuten.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine radiologische Schnittbildgebung ohne Einsatz ionisiernder Strahlung, welche eine genauere Darstellung der Beckenstrukturen und Myome ermöglicht.

Vor interventionell-radiologischen organerhaltenden Eingriffen ist diese Untersuchung erforderlich. Sie ist ein teures und zeitaufwändiges Verfahren, das in der Abklärung und Verlaufsbeurteilung normalerweise nicht notwendig ist.

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Prof. h. c. Christof Sohn


  • OA Prof. Dr. med. Joachim Rom

    Schwerpunkt

    Gynäkologische Onkologie, Spezielle Gynäkologische Onkologie, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin


  • Prof. Dr. med. Markus Wallwiener

    MHBA, MIC III

    Schwerpunkt

    Spezielle Gynäkologische Onkologie, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin


  • Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Strowitzki


  • Dr. med. Matthias M. Dufner

    DEGUM I, MIC II, AGUB I, KH Salem

    Schwerpunkt

    Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin