Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) und funktionelle Magnetresonanztomographie (FMRT)

Neuroradiologie

Erklärung

Die in der Neuroradiologie Heidelberg eingesetzte Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) ist eine Technik, mit der wir den Aufbau und die mikrostrukturelle Zusammensetzung von verschiedenen Gewebearten wie z. B. Gehirn oder Nerven dreidimensional darstellen können. So können Nervenfaserbahnen im Gehirn lokalisiert werden, die die verschiedenen Hirnregionen wie eine Leitungsautobahn miteinander verbinden.

Hirnregionen, die für bestimmte Funktionen wie z.B. Bewegung oder Sprache wichtig sind – die so genannten eloquente Hirnregionen – können wir durch eine funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) identifizieren.

Sowohl die Faserbahnen des Gehirns als auch die Lokalisation von eloquenten Hirnregionen können bei vielen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS), wie zum Beispiel bei Hirntumoren, Fehlbildungen oder Epilepsien verändert sein. Die Erkenntnisse aus einer DTI und/oder einer fMRT helfen deshalb, Operationen oder andere Behandlungen am Gehirn zu planen. Wichtige Faserbahnen und eloquente Hirnregionen werden identifiziert und möglichst geschont, so dass keine neurologischen Defizite durch die Behandlung auftreten.

Bei der Untersuchung sind weder die Gabe von Kontrastmitteln noch der Einsatz ionisierender Strahlung notwendig.

Das zeichnet uns aus:

  1. Individuelle Therapieanpassung: DTI ermöglicht personalisierte Therapie
  2. Operative Zugänge können durch DTI individuell geplant werden
  3. Interdisziplinäre Teams: Unser Neuroradiologen arbeiten Hand in Hand mit weiteren Spezialisten verschiedener Fachrichtungen innerhalb der Kopfklinik Heidelberg.
  4. Wissenschaftliche Studien: Unser Team besteht aus Praktikern und Forschern. An unserer Klinik finden wissenschaftliche Studien zu entzündlichen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems statt.
  5. Sechs moderne MRT-Anlagen ermöglichen Diffusions-MRT (DTI), MR-Spektroskopie, Perfusions-MRT und funktionelles MRT (fMRT)

DTI: ein sehr exaktes Verfahren liefert weitere Informationen

Hier ist das DTI und fMRT für einen Patienten mit einem Kavernom links thalamisch mit Bezug zum kortikospinalen Trakt zu sehen. Der kortikospinale Trakt ist wichtig für die Bewegungssteuerung. Im linken Bild sieht man die Verlagerung des kortikopspinalen Trakts in blau und den engen Lagebezug dieser Faserbahn zum Tumor. Im rechten Bild zeigt sich das sensorische Sprachzentrum in rot/ gelb zu sehen im linken Schläfenlappen. Die Identifikation der Sprachareale war für diesen Patienten wichtig um bei einer Operation diese möglichst nicht zu verletzen.

Die diffusionsgewichtete Magnetresonanztomographie DTI ist ein bildgebendes Verfahren, das für spezielle Indikationen bereits seit längerer Zeit in der Standard-Bildgebung des zentralen Nervensystems etabliert ist. Durch die DTI kann die freie von Wasserstoffmolekülen in verschiedenen Geweben des Körpers gemessen und räumlich aufgelöst in verschiedenen Parameterkarten dargestellt werden.

Mehrere wissenschaftliche Studien – sowie die Ergebnisse unserer eigenen Studien – zeigen, dass die DTI ein sehr sensitives Verfahren ist und damit möglicherweise sogar noch sehr viel genauere Informationen liefert, als ein konventionelles MRT.

fMRT: die Funktionen der einzelnen Hirnareale entschlüsseln

Hier ist das fMRT für einen Patienten mit einem Subependymom im rechten Ventrikel zu sehen. Für die Planung des Zugangswegs für eine Operation des Tumors war es wichtig zu wissen wo die Bewegungszentren und die Sprachzentren im Gehirn liegen. Im Bild sind das sensorische Sprachzentrum für das Sprachverständnis und das motorische Sprachverständnis für Sprachproduktion in rot/ gelb zu sehen. In blau/grün kann man Areale sehen die für die Bewegungssteuerung wichtig sind.

Bei der funktionellen Magnetresonanztomographie messen wir in der Neuroradiologie Heidelberg die Sauerstoffausschöpfung von Hirnregionen, während Sie als Patienten eine Aufgabe im Magnetresonanztomographen lösen, die sie entweder hören oder auf einem Bild sehen oder lesen können.
Auch müssen Sie z.B. die Hände bewegen oder gezeigte Bilder benennen. Hirnregionen, die für diese Aufgaben wichtig sind und wie hier die Bewegung steuern oder für das Sprechen wichtig sind, können dann identifiziert werden.

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Unsere Spezialisten für eine Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)

Dr. med. Jessica Jesser