Quadricepssehnenruptur

Bereich Sportorthopädie und Sporttraumatologie

Definition der Erkrankung

Unter einer Quadrizepssehnenruptur versteht man den Riss der Sehne des großen Beinstreckers (Musculus quadriceps femoris), welche an der Kniescheibe ansetzt. Rupturen der Quadrizepssehne gehören zu den seltenen Knieverletzungen und machen nur ca. 4% aller Sehnenrisse aus. Da der Quadrizepsmuskel der einzige Kniestrecker ist, führt ein Ausfall zu erheblichen funktionellen Einschränkungen. In den meisten Fällen reißt die Sehne in der Nähe ihres Ansatzes an der Kniescheibe.

Weitere Informationen

Ursachen

Ein Riss der Quadrizepssehne kann als Folge direkter lokaler Gewalteinwirkung (z.B. Schnittverletzungen) oder als Begleitverletzung bei offenen Knochenbrüchen entstehen. Insbesondere Gewichtheben, Basketball und Hochsprung sind Sportarten mit einem erhöhten Risiko für Quadrizepssehnenrupturen.

Während bei jungen Patienten meist ein direktes Trauma ursächlich ist, ist die Ruptur bei älteren Patienten oftmals degenerativ bedingt. Verschiedene begünstigende Faktoren für einen Sehnenriss werden in der Literatur beschrieben (Stoffwechselstörungen, Antibiotikaeinnahme, Rauchen, Kortison).

Ablauf der Behandlung

Nach Zusammenschau der klinischen und radiologischen Befunde erfolgt die individuelle Therapieempfehlung.  

Teilrupturen der Quadrizepssehne mit erhaltener Streckfähigkeit können konservativ therapiert werden. Komplette Rupturen werden in der Regel mit einer offenen Sehnennaht operativ versorgt. Das Grundprinzip aller Therapiemöglichkeiten ist die Refixation der Sehne an der Kniescheibe. Dabei ist die frühfunktionelle Nachbehandlung für das klinische Endergebnis von großer Bedeutung.

Im Rahmen der universitären Patientenversorgung verfügen wir über eine breite Expertise und die notwendige Erfahrung hinsichtlich der verschiedenen Operationsverfahren und können so die für den Patienten am besten geeignete Therapie wählen.

Die Eingriffe erfolgen in einem hierauf spezialisierten OP-Saal im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes.

Nachsorge

Je nach Umfang des operativen Eingriffs empfehlen wir in der Regel anschließend eine Teilbelastung von 20 kg an Unterarmgehstützen für 2 Wochen. Während der Teilbelastung raten wir zur Thromboseprophylaxe.

Die Beweglichkeit ist mithilfe einer Kniegelenkorthese in den ersten 6 Wochen begrenzt. Um einen optimalen Therapieerfolge zu erreichen, sollte die individuell festgelegte und initial begonnene Physiotherapie regelmäßig ambulant weiter durchgeführt werden.

Spezialisten

  • Portrait von Dr. med. Yannic Bangert

    Dr. med. Yannic Bangert

    Leitender Orthopäde am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar
    Teamarzt TSG 1899 Hoffenheim

    Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
    Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
    Sportmedizin

    Schwerpunkt

    Gelenkerhaltende Chirurgie des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks