Uveitis

Interdisziplinäres Uveitiszentrum Augenklinik

Definition der Erkrankung

Die Uvea ist die mittlere Schicht der drei Augenhüllen, Zur äußeren Schicht der Augenhüllen gehören die Lederhaut (Sklera) und die Hornhaut (Cornea), die innere ist die Netzhaut. Die mittlere Schicht bildet die Aderhaut (Uvea). Diese setzt sich zusammen aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Ziliarkörper (corpus ciliare) und der Aderhaut (Choroidea).

Eine Entzündung entsteht durch die Einlagerung von weißen Blutkörperchen in das Gewebe. Sie gelangen über die Blutwege dort hin. Die Aderhaut ist die blutreichste Schicht des Augapfels. Es wundert daher nicht, dass gerade die Uvea bei Entzündungen im Augeninneren maßgeblich beteiligt ist. Die Endung -itis bedeutet Entzündung. Bei einer Uveitis meint man also eine Entzündung der Uvea.

Bei einer Uveitis handelt es sich nicht, wie häufig angenommen, um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Sammelbecken von unterschiedlichsten Erkrankungen, die entweder nur das Auge betreffen oder im Rahmen von anderen Erkrankungen auftreten können. Erkrankungen, welche mit einer Uveitis einhergehen können sind meist entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie z.B. Morbus Bechterew, Sarkoidose, Morbus Behçet, entzündliches Gelenkrheuma bei Kindern und viele mehr. Aber auch infektiöse Erkrankungen wie Toxoplasmose, Borreliose oder Lues sowie neurologische Erkrankungen wie z.B. die Multiple Sklerose können zur Uveitis führen.

Neben der vorderen Uveitis (Uveitis anterior) kann eine Entzündung bei zirka der Hälfte der Patienten auch den hinteren Augenabschnitt befallen. Die mittlere oder intermediäre Uveitis betrifft insbesondere den Glaskörper, die hintere (posteriore) Uveitis die Aderhaut oder Netzhaut.

Wenn Sie mehr über den Aufbau des Auges, die verschiedenen Formen der Uveitis und Hintergrundinformationen zur Diagnostik und Therapie der Uveitis lesen möchten, haben wir für Sie bei Wikipedia patientenverständliches Basiswissen zusammengestellt (hier auch auf Englisch). Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Deutschen Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG e.V.).

Weitere Informationen

Symptome

Symptome beim Befall des hinteren Augenabschnittes sind oftmals Schleier- oder Wolkensehen, die Wahrnehmung von Flecken im Gesichtsfeld oder Verzerrtsehen (Metamorphopsien).

Ursachen

Die Idee des Uveitiszentrums ist die enge Zusammenarbeit von Augenärzten und internistischen Rheumatologen, Kinderrheumatologen und Spezialisten anderer Fachgebiete zur möglichst umfassenden und optimalen Betreuung von Patienten mit Uveitis und den zugrundeliegenden internistischen Erkrankungen. Bei diesem fachübergreifenden Konzept, bei dem die Experten verschiedener Gebiete in einem gemeinsamen Zentrum im Sinne einer echten Simultansprechstunde zusammenkommen, steht der Patient ganz im Mittelpunkt.

Diagnose

Die Auswertung unserer eigenen Diagnostik konnte zeigen, dass wir bei 60% unserer Patienten ein definierbares Krankheitsbild der Uveitis finden können. Neben den großen Unterschieden der einzelnen Krankheitsbilder haben alle eines gemeinsam: das Vorhandensein von Entzündungszellen im Auge. Die Uveitis ist unter Einschluss des breiten Spektrums der Komplikationen nach Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star) und Trachom weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen. Gerade deshalb ist eine rechtzeitige zielgerichtete Diagnostik und adäquate Therapie notwendig. Wir konnten zeigen, dass ein interdisziplinäres Umfeld für dieses Ziel von entscheidender Bedeutung ist.

Die Diagnostik, medikamentöse und chirurgische Therapie von Entzündungen des hinteren Augenabschnitts stellt einen besonderen Schwerpunkt der Universitäts-Augenklinik dar. Um der Komplexität der verschiedenen Entzündungsformen und Ursachen gerecht zu werden, erfolgt die Versorgung von Uveitispatienten gemeinsam von spezialisierten Ärzten der Augenklinik sowie Internisten, Rheumatologen und ggf. Kinderärzten im interdisziplinären Uveitiszentrum Heidelberg.

Diagnostische Verfahren umfassen neben der digitalen Fluoreszein- und Indozyaningrün-Angiographie auch elektrophysiologische Verfahren mit Ganzfeld- und multifokalem Elektroretingramm (ERG) sowie Elektrookulogramm (EOG). Die Netzhautdicke kann mit der optischen Kohärenztomographie (OCT) quantitativ vermessen werden.

Die Diagnostik, medikamentöse und chirurgische Therapie von Entzündungen des hinteren Augenabschnitts stellt einen besonderen Schwerpunkt der Universitäts-Augenklinik dar.

Diagnostische Verfahren umfassen neben der digitalen Fluoreszein- und Indozyaningrün-Angiographie auch elektrophysiologische Verfahren mit Ganzfeld- und multifokalem Elektroretingramm (ERG) sowie Elektrookulogramm (EOG). Die Netzhautdicke kann mit der optischen Kohärenztomographie (OCT) quantitativ vermessen werden.

Sehr wichtig in unserer Sprechstunde ist die gründliche augenärztliche und auch internistisch-rheumatologische Untersuchung sowie das ausführliche Gespräch mit dem Patienten. Alle Möglichkeiten einer modernen augenärztlichen Untersuchung stehen auf dem neuesten Stand der Technik (Fluoreszenzangiographie, optische Kohärenztomographie, Perimetrie, Elektrophysiologie usw. ) über die Universitäts-Augenklinik Heidelberg zur Verfügung. Daneben erfolgt die Abklärung von Zustand und Ursache mit allen auf dem heutigen Stand der Medizin in sinnvollem Einsatz zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden des Auges, die durch Laboruntersuchungen des Blutes und bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Angiographie, Computertomographie und Magnetresonanz-tomographie ergänzt werden können.

Ablauf der Behandlung

Welche therapeutischen Möglichkeiten bieten wir Ihnen?

Wir haben zahlreiche Möglichkeiten im Bereich der konventionellen immunsuppressiven Therapie (z.B. Methotrexat oder Cellcept), im Bereich der Immunmodulation (z.B. Interferon, Antikörpertherapien) und den sog. Biologicals (z.B. Enbrel, Remicade, Humira, Interferon). Zu den angewandten therapeutischen Verfahren zählen die konventionelle Laserbehandlung der Netzhaut, die Injektion von VEGF Inhibitoren bei der Ausbildung von Gefäßnetzen im Rahmen einer Uveitis, Medikamentenverabreichungen (insbesondere Triamcinolon) neben und in das Auge.

Als universitäres Zentrum nehmen wir an klinischen Studien zur Behandlung der Uveitis, wie z.B. der Implantation von cortisonhaltigen Trägern in das Auge und auch klinischen Studien zur Behandlung verschiedener rheumatologischer Erkrankungen teil. Die Vor- und Nachteile einer Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie werden vorher ausführlich mit dem Patienten, bei dem eine solche Behandlung in Frage kommt, besprochen.

Welche operativen Möglichkeiten bieten wir Ihnen?

Sind im Rahmen der Entzündung Komplikationen (wie grauer Star, grüner Star, Glaskörpertrübungen usw.) aufgetreten, die durch eine medikamentöse Therapie nicht mehr beeinflussbar ist, sollten chirurgische Maßnahmen erwogen werden. Alle gängigen operativen Verfahren, insbesondere die Graue Star (Cataract-) Operation, sowie der Glaskörperentfernung (Vitrektomie), werden angeboten. Auch spezielle Netzhaut-chirurgische Eingriffe, wie die Entfernung entzündlicher Auflagerungen etc. werden durchgeführt. Der chirurgische Eingriff wird von den Internisten durch entsprechende entzündungshemmende Therapie begleitet. Die so gewonnenen Gewebeproben können mit modernsten molekularbiologischen Verfahren aufgearbeitet und für eine weiterführende mikrobiologische Diagnostik verarbeitet werden.

Alle modernen mikrochirurgischen Verfahren der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie können bei Patienten mit Entzündungen des hinteren Augenabschnittes bei medikamentös kontrollierter Entzündung zum Einsatz kommen. Häufig führen wir hier auch kombinierte Operationen mit gleichzeitiger oder bei Patienten mit vorderer Uveitis auch isolierter Operation des grauen Stars und Einssetzung einer Kunstlinse durch.

Die diagnostische Aufarbeitung des während einer Operation gewonnenen Glaskörpermaterials ist im Rahmen des nationalen Netzwerkes „Diagnostische Vitrektomie bei Uveitis“ der Sektion Uveitis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) etabliert.

Wir unterstützen Patientenvereinigungen:

  • Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG)
  • Uveitis im Kindesalter
  • Uveitis-Selbsthilfegruppe im Rhein-Neckar-Raum

Die Medizinische Klinik und Poliklinik V bietet darüber hinaus ein strukturiertes Patientenschulungsprogramm für Patienten mit systemischem Lupus erythematodes an, eine rheumatische Erkrankung, welche auch das Auge betreffen kann.

Sprechstunden

Spezialisten

  • Portrait von Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz

    Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz

    Medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des ACURA-Rheumazentrums Baden-Baden

    Schwerpunkt

    Hämatologie und Onkologie, Rheumatologie