Achillessehnenruptur

Bereich Sportorthopädie und Sporttraumatologie

Definition der Erkrankung

Unter einer Achillessehnenruptur versteht man den Riss der Sehne des dreiköpfigen Wadenmuskels, welcher am Fersenbeinhöcker ansetzt. Sie ist die stärkste und kräftigste Sehne des menschlichen Körpers und vermittelt die Bewegung des Fußes im Sprunggelenk Richtung Fußsohle (Plantarflexion; „Gasgeben“).

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Ursachen

Ein Achillessehnenriss entsteht durch ein akutes oder chronisches Überschreiten der Belastbarkeitsgrenze der Achillessehne. Sprintstarts, der Absprung beim Basket- oder Handball sowie plötzliche extreme Fußbeugung (z.B. Treten in ein Loch) sind häufige Unfallmechanismen. Stoffwechselerkrankungen können Rupturen der Achillessehne ebenso beeinflussen wie wiederholte Mikrotraumata, falsches Schuhwerk und Training, sowie die Einnahme von bestimmten Antibiotika (z.B. Fluorchinolone) oder Medikamenten (Kortison). Fast alle gerissenen Achillessehnen zeigten bereits vor Ruptur degenerative Veränderungen.

Ablauf der Behandlung

Nach Zusammenschau der klinischen und radiologischen Befunde erfolgt die individuelle Therapieempfehlung.

Achillessehnenrupturen können sowohl konservativ als auch operativ mit guten Ergebnissen behandelt werden. Die Wahl der Vorgehensweise hängt stark vom individuellen Aktivitätsniveau, der Rupturlokalisation und dem Sehnenendenkontakt bei Plantarflexion des Sprunggelenkes ab. So werden Risse im Muskel-Sehnenübergang bei guter Annäherung der rupturierten Enden tendenziell eher konservativ versorgt, während Risse im Ansatzbereich oder Achillessehnenrupturen ohne Annäherung der rupturierten Sehnenenden eher operiert werden.

Konservative Maßnahmen erfolgen in der Regel nach einem festgelegten Schema mit initialer Ruhigstellung in einem Walker (Spezialschuh) und intensiver physiotherapeutischer Beübung.

Bei der operativen Versorgung der Achillessehnenruptur ist das Grundprinzip aller Therapiemöglichkeiten die Adaption der gerissenen Sehnenenden.

Im Rahmen der universitären Patientenversorgung verfügen wir über eine breite Expertise und die notwendige Erfahrung hinsichtlich der verschiedenen Operationsverfahren und können so die für den Patienten am besten geeignete Therapie wählen.

Die Eingriffe erfolgen in einem hierauf spezialisierten OP-Saal im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes.

Nachsorge

Je nach Umfang des operativen Eingriffs empfehlen wir in der Regel anschließend eine Teilbelastung von 20 kg an Unterarmgehstützen für 4 Wochen. Während der Teilbelastung raten wir zur Thromboseprophylaxe. Bereits im Rahmen des Aufenthalts erfolgt die individuelle Anpassung eines Spezialschuhs (Tragedauer: 12 Wochen). Um einen optimalen Therapieerfolge zu erreichen, sollte die individuell festgelegte und initial begonnene Physiotherapie regelmäßig ambulant weiter durchgeführt werden.

Spezialisten

  • Portrait von Dr. med. Yannic Bangert

    Dr. med. Yannic Bangert

    Leitender Orthopäde am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar
    Teamarzt TSG 1899 Hoffenheim

    Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
    Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
    Sportmedizin

    Schwerpunkt

    Gelenkerhaltende Chirurgie des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks