Grauer Star

Augenklinik

Definition der Erkrankung

Unter einer Katarakt versteht man eine angeborene oder erworbene Trübung der Augenlinse. Die häufigste Form des grauen Stares ist der „Altersstar“. Weltweit sind laut WHO etwa 50 Millionen Menschen durch eine Katarakt erblindet (Tendenz zunehmend). Die operative Entfernung der getrübten Augenlinse mit Implantation einer Kunstlinse stellt zur Zeit die einzige Therapieform dar. Die Staroperation ist die häufigste OP-Form in der gesamten Medizin (USA: ca. 2,5 Millionen OPs pro Jahr; Deutschland zirka 650.000 OPs pro Jahr; Stand 2005).

Der Begriff "Katarakt" entwickelte sich im Mittelalter aus den lateinischen Übersetzungen der antiken griechischen und arabischen Schriften. Der Star wurde bei den Arabern mit dem Begriff ma (Wasser) oder ausführlicher "al-ma' an-nazil fi'l 'ain", d.h. "Wasser, das herabsteigt in das Auge" beschrieben. Hieraus hat sich der mittelalterliche Name "cataracta" (= Wasserfall) entwickelt. Der Begriff "Star" oder auch "Staar" in der deutschen Sprache wurde bereits im 8. Jahrhundert in der Verbindung "staraplint" = starblind verwendet. Dies leitet sich wiederum von dem Verb "starren" ab, welches die "Augenstarre" der blinden Starpatienten beschreibt.

 

Weitere Informationen

Symptome

Der Graue Star äußert sich als Trübung der körpereigenen Augenlinse.

Ursachen

Die Entstehung der Katarakt

Die Augenlinse ist hinter der Regenbogenhaut und hinter der Pupille gelegen. Sie ist, wie eine Linse im Fotoapparat, dafür da, das Auge auf verschiedene Entfernungen einzustellen und auf Dinge zu fokussieren. Sie besteht aus einer Kapsel, einem Linsenkern und einer Linsenrinde.

Die Linsenrinde wird von den Linsenfasern gebildet. Diese werden das ganze Leben lang Schicht um Schicht produziert, sodass die Linse kontinuierlich an Dicke zunimmt und schließlich im Alter immer weniger elastisch ist und immer mehr eintrübt.

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Spezialaufnahme einer Linse eines jungen Menschen

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Spezialaufnahme einer Linse eines alten Menschen. Man sieht die Zunahme der Linsendicke und der Dichte.

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Bestimmte Medikamente können, wenn sie jahrelang eingenommen werden, zu Linsentrübungen führen (z. B. Kortisonstar).

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Bestimmte Medikamente können, wenn sie jahrelang eingenommen werden, zu Linsentrübungen führen (z. B. Kortisonstar).

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Am häufigsten ist jedoch der Altersstar. Hier unterscheidet man oft welche Form der Trübung vorliegt, z.B. eine Rindentrübung...

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...oder eine Linsenkerntrübung.

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Wird der Star nicht operiert, nimmt die Trübung soweit zu, dass der Patient erblindet.

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Der Star wird reif oder gar überreif und der Linseninhalt verflüssigt sich und sinkt in der Kapsel herab.

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Ablauf der Behandlung

Die Operation der Katarakt

Die Operation wird in der Regel als ambulanter Eingriff durchgeführt. Die Betäubung des Auges erfolgt wiederum in der Regel nur durch spezielle Augentropfen, eine Injektion hinter das Auge ist nur selten notwendig.

Die Entfernung der getrübten Linse erfolgt mittels Ultraschall. Die harte getrübte Linse wird hierdurch verflüssigt und abgesaugt. Im Anschluss wird in den leeren Kapselsack eine Kunstlinse eingepflanzt. Die Operation des Grauen Stars kann auch mit Hilfe eines Femtosekundenlasers durchgeführt werden. Dieser übernimmt in unmittelbar aufeinanderfolgenden Schritten die Eröffnung der Hornhaut, das kreisförmige Eröffnen der vorderen Linsenkapsel sowie das Zerteilen der natürlichen Augenlinse. Dank des Einsatzes eines Femtosekundenlasers kann hochpräzise und sicher gearbeitet werden. Gewebe wird geschont und die Linsenkapsel mit einer Genauigkeit von 10 bis 15 Mikrometern (tausendstel Millimeter) eröffnet. Sie bleibt dadurch reißfester als bei herkömmlichen Techniken, ist besser zentriert und damit auch zum Einsetzen von Speziallinsen geeignet.

Nachsorge

Nachstarprävention

Eine wichtige Langzeitkomplikation nach erfolgter Kataraktoperation ist der sogenannte Nachstar (Cataracta secundaria). Durch verbliebene Linsenepithelzellen im Kapselsack der natürlichen Linse kommt es dabei zu Nachtrübungen hinter der eingepflanzten Kunstlinse.

Die Prävention oder Beeinflussung der Nachstarenstehung ist ein wichtiges Thema der Forschungsgruppe Intraokularlinsen und Refraktive Chirurgie. Auf dem Gebiet der Nachstarforschung ist die Gruppe international anerkannt und führend.

Verschiedene Systeme werden zur Zeit in Labor- und klinischen Studien geprüft:

  • Einfluss bestimmter Linsendesignveränderungen auf den Nachstar
  • Einfluss bestimmter insenmaterialien auf den Nachstar
  • Sealed capsule irrigation (Kapselsackspülsystem)
  • Hyperosmolare Lösungen zur Nachstarprävention

Spezialisten

  • Portrait von Prof. Dr. med. Gerd U. Auffarth, FEBO

    Prof. Dr. med. Gerd U. Auffarth, FEBO