Chronisch venöse Insuffizienz

Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie

Definition der Erkrankung

Das Venensystem ist ein diskontinuierliches Volumentransportsystem durch ein fein abgestimmtes Ober- und Unterdruck-Gleichgewicht. Das Venensystem dient der Speicher- und Transportfunktion und ist das Druckausgleichsgefäß. Das Venensystem ist zusammen mit dem rechtem Herzen, den Lungengefäßen und dem diastolischen linken Ventrikel Teil des Niederdrucksystems. Der mittlere Druck liegt bei 15mmHg. Ein Großteil des Blutvolumens befindet in den venösen Gefäßen.

Der Druck in den Venen ist das Ergebnis aus Füllungsvorgang und dem passiv elastischen Eigenschaften des venösen Gefäßabschnittes. Durch verschiedene Mechanismen wie die Extremitätenpumpe, auch Muskelpumpe genannt, oder den durch die Einatmung erzeugten Anstieg des perivaskularen Druckes wird das Blut über den rechten Vorhof in den Lungenkreislauf befördert.

Bei Patienten mit Krampfadern liegt meist eine genetisch bedingte vermehrte Volumendehnbarkeit vor.

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Symptome

Die vermehrte Volumendehnbarkeit führt zu einer zunehmenden Dehnung und Elongation der Venen, was zu einer Klappenundichtigkeit und damit zu einem Rückfluss des Blutes führt.

Stentimplantation - Nach der Dilatation des subtotalen Verschlusses erfolgt die Stentimplantation mit dem Ziel der langfristigen Offenheit des Gefäßes. Es werden nur speziell für die Venen hergestellten Stents verwendet, die in Heidelberg verfügbar sind. Nach der Implantation erfolgt noch eine Darstellung und dann ist der Eingriff bereits beendet.

Durch langes Stehen wird dies noch verstärkt und kann ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr kompensiert werden. Es entstehen die sog. Varikosis unter der Haut und wird als „Krampfadern“ sichtbar, die zu deutlichen Beschwerden bis hin zu offenen Stellen, sog. Ulcus cruris, führen kann. Mit Hilfe von ambulant durchgeführten minimal invasiven Eingriffen kann das Krampfaderleiden behoben werden.

Ablauf der Behandlung

In unserem Hause setzen wir primär auf die Radiofrequenzablation, die sich seit langem bewährt hat und die besten Langzeitergebnisse aufweist. Weit mehr als 90 Prozent der Patienten nach 5 Jahren haben nach einem solchen Eingriff weiterhin kein Rezidiv Ihrer Krampfadern. Auf eine Operation kann somit ganz verzichtet werden.

Nach einer lokalen Betäubung wird die Vene mit einer feinen Nadel punktiert und eine Schleuse eingelegt. Nach dem Vorschieben des Katheters wird die Vene zirkulär betäubt. Mit Hilfe des Katheters wird die Vene von innen heraus verödet. Die Verödung dauert nur wenige Minute, der gesamte Eingriff ca. 10 bis 15 Minuten. Kurze Zeit später können die Patienten wieder nach Hause gehen.

Spezialisten

  • Prof. Dr. med. Christian Erbel