Krampfadern, Venenerkrankungen

Hautklinik

Definition der Erkrankung

Krampfadern (Varizen) sind krankhaft erweiterte Vene, die besonders häufig an den Beinen auftreten.

Weitere Informationen

Symptome

Die Krampfadererkrankung ist in Deutschland weit verbreitet. Krampfadern sind erweiterte oberflächliche Venen, die meist an den Beinen auftreten. Sie werden von den Betroffenen nicht nur als kosmetisch störend empfunden, sondern können auch körperliche Beschwerden verursachen. Betroffene klagen über Beschwerden wie Schmerzen, Schweregefühl der Beine sowie Schwellungsneigung der Knöchel. Folgen hiervon können eine verschlechterte Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen sein.

Ursachen

Selbst junge Menschen können unter Krampfadern an den Beinen leiden. Die Krampfadererkrankung ist in den meisten Fällen vererbt und wird verstärkt durch langes Stehen, sitzende Tätigkeit, Inaktivität und Schwangerschaften.

Die Venen haben die Aufgabe, das Blut zum Herzen zu transportieren. Damit es nicht in den Beinen versackt, haben die Venen sog. Venenklappen eingebaut. Bei der Krampfadererkrankung sind diese Klappen geschädigt und können sich nicht mehr schließen. Dadurch ist der Abfluss des Blutes gestört und das Blut strömt wieder vom Herzen weg zurück ins Bein. Durch den so entstandenen Rückstau des Blutes entstehen Wassereinlagerungen, so genannte Ödeme. Folgen hiervon können eine verschlechterte Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen sein.

Diagnose

Vor jeder Therapieempfehlung steht eine gewissenhafte Bestandsaufnahme. Hierbei erfassen wir im persönlichen Gespräch Art und Umfang der Beschwerden sowie der störenden Befunde. Diese werden durch moderne Ultraschalltechnik und weitere nicht-invasive diagnostische Maßnahmen quantifiziert, um Ihnen dann die Möglichkeiten einer Behandlung aufzuzeigen. Gemeinsam entscheiden wir ob und wie Ihre Behandlung gestaltet werden soll.

Krankheitsverlauf

Krampfadern können Schwere- und Spannungsgefühl, Schmerzen, Schwellungen und Wadenkrämpfe verursachen. Als Folge des Venenleidens kommt es durch die verschlechterte Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen  langfristig zu einer nicht mehr heilenden Wunde am Bein, dem sog. „offenen Bein“ (medizinisch: „Ulkus cruris“).

Folgeerkrankungen

Das fehlgeleitete Blut muss bei der Krampfadererkrankung von den gesunden tiefen Venen zusätzlich wieder zum Herzen zurücktransportiert werden. Durch diese Überlastung  droht auch der Klappenapparat im tiefen Venensystem Schaden zu nehmen, was für den Patienten sehr folgenschwer sein kann. Eine langfristige Folge kann eine nicht mehr heilende Wunde am Bein sein, das sog. „offenem Bein“ (Ulkus cruris).

Der gestörte Abfluss des Blutes im Unterschenkel erhöht auch das Thromboserisiko, insbesondere dann, wenn der Patient immobil ist und sich nicht bewegt. Das Venenleiden ist eine Erkrankung die sich nicht spontan bessert sondern im Laufe des Lebens voran schreitet.

Empfohlen wird heute die frühzeitige Behandlung des Krampfaderleidens, noch bevor Beschwerden eingetreten sind.

Ablauf der Behandlung

Therapie – neue schonende Verfahren zur Krampfaderbehandlung

Der Trend geht hin zu schonenden, minimal-invasiven, ambulanten Eingriffen. Heute können Krampfadern mit Radiowellen verschlossen oder mit einem Venenkleber verklebt werden. Diese Eingriffe erfolgen ohne große Schnitte, ohne Vollnarkose und vor allem ohne stationären Krankenhausaufenthalt. Statt zahlreicher Schnitte sind für diese minimalinvasiven Methoden nur noch ein kleiner Einstich erforderlich. Empfohlen wird heute die frühzeitige Behandlung des Krampfaderleidens, noch bevor Beschwerden eingetreten sind.

1. Wärmebehandlung mit der Radiowelle - VNUS (CLOSURE FAST)

Die Radiowellentherapie ist ein modernes und besonders sanftes Katheterverfahren zur Behandlung von Krampfadern. Die Krampfadern werden mittels Wärme verschlossen. Es sind keine Hautschnitte notwendig. Der Eingriff dauert ca. 50 Minuten, erfolgt ambulant und in örtlicher Betäubung. An der Universitätshautklinik Heidelberg führen wir dieses schonende Verfahren bereits seit über 20 Jahren erfolgreich durch.

Durchführung

Unter Ultraschallkontrolle wird eine kleine Nadel in die zu behandelnde Vene eingebracht (wie bei einer Blutabnahme). Durch die Nadel hindurch wird der dünne Katheter in die Vene hinein geschoben. Mit Hilfe des Ultraschalls wird die richtige Lage des Katheters überprüft. Um die Vene herum wird eine Flüssigkeit mit örtlicher Betäubung eingebracht. So wird eine Schmerzlosigkeit erreicht und die Haut vor der entstehenden Wärme geschützt. Die Venen wird mittels Radiowellen von innen erhitzt, sodass sie sich verschließt und schließlich ganz verödet. Zuletzt erfolgt ein kleiner Pflasterverband an der Einstichstelle. Die verschlossene Krampfader baut sich ab und verschwindet. Der Blutabfluss aus dem Bein wird vollständig durch tiefer gelegene Venen übernommen. Im Vergleich zum Venenstripping sind keine Schnitte in die Haut notwendig – es bleiben also kaum Narben zurück. Die Gefahr von Blutungen und die Beschwerden nach dem Eingriff sind ebenfalls geringer.  In den USA werden bereits über 80% aller Krampfaderoperationen mit diesem Verfahren durchgeführt.

 

2. Schonende Therapie mit Venenkleber (VenaSeal)

Das VenaSeal-Verfahren ist eine besonders schonendes Prozedur zur Krampfaderbehandlung, bei der die Vene von innen verklebt wird. Der medizinische Venenkleber wird bereits seit einigen Jahrzehnten in der Behandlung von Hirnarterien angewandt. Im Gegensatz zu anderen Katheterverfahren ist keine örtliche Betäubung entlang der Vene notwendig und die Rückkehr zum Alltag ist direkt nach der Behandlung möglich. Nach dem Eingriff muss nicht unbedingt ein Kompressionsstrumpf getragen werden.

Häufige Nachfragen

1. Ist die Radiowellentherapie (VNUS ClosureFast) schmerzhaft?

Die meisten Patienten verspüren nur geringe oder gar keine Schmerzen während des Verfahrens. Zur Betäubung des behandelten Bereichs wird ein örtliches Anästhetikum verabreicht.

 

2. Wie schnell kann ich nach der Behandlung meine normalen Tätigkeiten wieder aufnehmen?

In der Regel nehmen Patienten innerhalb weniger Tage ihre normale Tätigkeit wieder auf. Patienten, die mit der Radiowellentherapie behandelt werden, können Ihre normale Tätigkeit schneller aufnehmen als Patienten, bei denen ein chirurgisches Venenstripping durchgeführt wird.

 

3. Wie lange dauert es, bis sich meine Symptome nach der Behandlung bessern?

Die meisten Patientenberichten, dass sich ihre Symptome innerhalb von 1-2 Wochen nach dem Eingriff merklich gebessert haben.

 

4. Wie unterscheidet sich die Radiowellentherapie (VNUS ClosureFast) vom Venenstripping?

Beim Venenstripping werden Einschnitte in der Leistenbeuge und in der Wade gesetzt und ein Instrument wird durch die kranke Vene eingeführt, um die Vene aus dem Bein zu ziehen. Bei der Radiowellentherapie (VNUS ClosureFast) erfolgt nur ein kleiner Einschnitt an der Einführungsstelle und die Vene wird dann an Ort und Stelle behandelt. Dieser minimal invasive Eingriff verringert das Risiko für Schmerzen und Blutergüssen, wie sie beim Venenstripping auftreten können.

 

5. Werden die Kosten für die Radiowellentherapie (VNUS ClosureFast) von der Krankenversicherung übernommen?

Privatpatienten werden wie üblich auf Rechnungsstellung nach der Gebührenordnung für Ärzte behandelt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten des Verfahrens in der Regel nicht. Bei gesetzlich versicherten Patienten muss vor der Behandlung ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.

Weitere Informationen zur optimalen Therapie Ihres individuellen Befundes erhalten Sie gerne im persönlichen Gespräch im Rahmen einer Venenuntersuchung.

Das zeichnet uns aus

Schonende Krampfaderbehandlung - ambulant, ohne Schnitte, ohne Narben dank Ultraschall und Radiowellen

Spezialisten

  • PD Dr. med. Christine Fink

    Ärztliche Leitung Phlebologie und Wundambulanz
    Ärztliche Leitung Ästhetische Dermatologie und Lasermedizin

    06221 56-8511