Labrumläsion

Bereich Sportorthopädie und Sporttraumatologie

Definition der Erkrankung

Die Hüftgelenkslippe (Labrum acetabulare) ist ein faserknorpeliger Ring welcher das Hüftgelenk am Rand kreisförmig umschließt. Rissbildungen können zu einem Einklemmen von vermehrt beweglichen Anteilen der Gelenklippe im Gelenkspalt führen und damit Schmerzen verursachen.

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Ursachen

Rissbildungen können im jüngeren Alter auf dem Boden von unharmonischen Gelenkführungen entstehen, wie z.B. beim Impingement des Hüftgelenks oder der Hüftdysplasie. Andernfalls aber auch durch repetitive sportart-spezifische Bewegungen bei Sportlern. Im Laufe des Lebens können Rissbildungen dann aufgrund verschleißbedingter Veränderungen auftreten. Altersunabhängig entstehen diese zudem infolge von Unfällen mit Hüftgelenkstraumata.  

Ablauf der Behandlung

Nach Zusammenschau der klinischen und radiologischen Befunde erfolgt die individuelle Therapieempfehlung.

Eine Rissbildung der Gelenklippe des Hüftgelenkes heilt in der Regel nicht ohne operative Therapie. Durch eine Vermeidung der einklemmenden Bewegungen und eine Stabilisierung des Gelenkes im Rahmen physiotherapeutischer Behandlung kann die Beschwerdesymptomatik aber deutlich reduziert werden.

Bei jüngeren Patienten sowie Patienten mit anhaltenden Beschwerden unter konservativen Maßnahmen werden Labrumläsionen meistens operativ behandelt um eine schmerzfreie Gelenkfunktion und den langfristigen Gelenkerhalt zu ermöglichen. Dabei kommen bei Labrumläsionen mit und ohne knöcherne Veränderungen i.S. eines Hüft-Impingements arthroskopische Verfahren („Schlüssellochchirurgie“) zur Naht oder teilweisen Entfernung der Rissanteile zur Anwendung. Bei komplexen Fällen sind auch minimal-invasive und offene Eingriffe (chirurgische Hüftluxation) sinnvoll.

Bei zusätzlichen angeborenen Veränderungen des Hüftgelenks, wie dem Überdachungsdefiztit der Pfanne (Hüftdysplasie), werden auch zweizeitige Eingriffe, mit zunächst arthroskopischer Behandlung des Schadens im Gelenk und nachfolgender Wiederherstellung der Hüftkopfüberdachung (Korrekturosteotomien am Becken) durch die Kollegen der Kinderorthopädie nach ca. 6-12 Wochen, zur Wiederherstellung der schmerzfreien Gelenkfunktion und des langfristigen Gelenkerhalts, durchgeführt.

Im Rahmen der universitären Patientenversorgung verfügen wir über eine breite Expertise und die notwendige Erfahrung hinsichtlich arthroskopischer, minimal-invasiver und offener Operationsverfahren und können so die für den Patienten am besten geeignete Therapie wählen.

Die Eingriffe erfolgen in einem hierauf spezialisierten OP-Saal im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes.

Nachsorge

Je nach Umfang des operativen Eingriffs empfehlen wir anschließend eine Teilbelastung von 20 kg an Unterarmgehstützen für wenige Tagen bis zu 2 Wochen, bei offenen Eingriffen bis zu 6 Wochen. Während der Teilbelastung raten wir zur Thromboseprophylaxe. Um einen optimalen Therapieerfolge zu erreichen, sollte die individuell festgelegte und initial begonnene Physiotherapie regelmäßig ambulant weiter durchgeführt werden.

Spezialisten

  • Portrait von Dr. med. Yannic Bangert

    Dr. med. Yannic Bangert

    Leitender Orthopäde am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar
    Teamarzt TSG 1899 Hoffenheim

    Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
    Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
    Sportmedizin

    Schwerpunkt

    Gelenkerhaltende Chirurgie des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks