Patellaluxation

Bereich Sportorthopädie und Sporttraumatologie

Definition der Erkrankung

Unter einer Patellaluxation (PL) versteht man das seitliche Wegleiten/Herausspringen der Kniescheibe aus ihrem Führungslager im Kniegelenk.

In der Regel manifestiert sich die Erkrankung zwischen dem 10. – 20. Lebensjahr, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Die Mehrzahl der Erstverrenkungen tritt bei sportlicher Aktivität auf.

Weitere Informationen

Ursachen

Die Ursachen einer Kniescheibenverrenkung sind vielfältig.

Oftmals ist ein Sturz auf das Knie (Sportunfall) bzw. ein akutes Anpralltrauma der Auslöser.

Eine PL kann jedoch auch bei alltäglichen Tätigkeiten entstehen. Gerade dann sind häufig anlagebedingte Fehlbildungen der Kniegelenksstabilisatoren (z.B. schwache Haltebänder, zu flaches Gleitlager oder eine anlagebedingte veränderte Gelenkführung) die Ursache.

Ablauf der Behandlung

Nach Zusammenschau der klinischen und radiologischen Befunde erfolgt die individuelle Therapieempfehlung. Während eine erstmalige Patellaluxation häufig konservativ therapiert werden kann, bedarf es bei wiederholten Luxationen, sowie bei Begleitverletzungen (z.B. Knorpel-Knochen-Absplitterungen) oder zunehmenden Knorpelschäden (LINK Knorpelschäden des Kniegelenks) einer operativen Therapie.

Je nach zugrundeliegendem Problem kann die Instabilität der Patella durch unterschiedliche Verfahren adressiert werden:

MPFL-Plastik (Mediales patello-femorales Ligament):

Die Rekonstruktion des MPFL ist ein rein weichteiliger Korrektureingriff zur Stabilisierung der Kniescheibe bei chronischer Instabilität mit allenfalls milder knöcherner Deformität. Bei höhergradigen knöchernen Deformitäten wird das Verfahren in Kombination mit knöchernen Korrektureingriffen angewandt.

Bei der MPFL-Plastik erfolgt die minimalinvasive Rekonstruktion des Halteapparates mittels autologem (körpereigenem) Sehnenmaterial.

Z-Plastik des lateralen Retinaculums:

Nach Zusammenschau der klinischen und radiologischen Befunde erfolgt die individuelle Therapieempfehlung. Während eine erstmalige Patellaluxation häufig konservativ therapiert werden kann, bedarf es bei wiederholten Luxationen, sowie bei Begleitverletzungen (z.B. Knorpel-Knochen-Absplitterungen) oder zunehmenden Knorpelschäden (LINK Knorpelschäden des Kniegelenks) einer operativen Therapie.

Je nach zugrundeliegendem Problem kann die Instabilität der Patella durch unterschiedliche Verfahren adressiert werden:

MPFL-Plastik (Mediales patello-femorales Ligament):

Die Rekonstruktion des MPFL ist ein rein weichteiliger Korrektureingriff zur Stabilisierung der Kniescheibe bei chronischer Instabilität mit allenfalls milder knöcherner Deformität. Bei höhergradigen knöchernen Deformitäten wird das Verfahren in Kombination mit knöchernen Korrektureingriffen angewandt.

Bei der MPFL-Plastik erfolgt die minimalinvasive Rekonstruktion des Halteapparates mittels autologem (körpereigenem) Sehnenmaterial.

Z-Plastik des lateralen Retinaculums:

Die laterale (seitliche) Verlängerung der Gelenkkapsel wird häufig im Rahmen komplexer weichteiliger und knöcherner Rekonstruktionen bei chronischer Instabilität durchgeführt, Hierbei wird die obere und untere Schicht der Gelenkkapsel versetzt durchtrennt und anschließend z-förmig vernäht.

Osteotomie der Tuberositas tibiae (z.B. OP nach Elmslie-Trillat):

Die Tuberositas-tibiae Osteotomie ist ein knöcherner Korrektureingriff. Bei dieser offen chirurgischen Operation wird der Ansatz der Patellarsehne am Schienbeinkopf versetzt. Der Eingriff kann alleine oder aber in Kombination mit weichteiligen Korrekturen vorgenommen werden. Hierbei wird der Knochenfortsatz des Schienbeins, an dem die Patellarsehne ansetzt, abgelöst und verschoben. Anschließend wird die abgelöste Knochenschuppe wieder fest mit dem Schienbein verschraubt.

Trochlea-Plastik:

Die Trochlea-Plastik ist ebenfalls ein knöcherner Korrektureingriff. Die Rekonstruktion des Gleitlagers der Kniescheibe kann bei hochgradigen Fehlbildungen des Gleitlagers und daraus resultierender chronischer Instabilität notwendig sein. Bei dieser offen chirurgischen Operation wird der Knorpelüberzug der Gleitmulde mitsamt einer darunterliegenden Knochenschicht vorsichtig abgelöst und anschließend in den darunterliegenden Knochen eine Vertiefung gefräst. Nachfolgendwird wird der abgelöste Knorpel wieder fixiert.

Umstellungsosteotomie:

Die Umstellungsoperation am körperfernen Oberschenkelknochen kann bei höhergradigen Beinachsendeformitäten und daraus resultierender chronischer Instabilität die Therapie der Wahl sein (LINK Beinachsenfehlstellung). Hierbei wird z.B. eine X-Beinstellung oder ein Drehfehler korrigiert.

Im Rahmen der universitären Patientenversorgung verfügen wir über eine breite Expertise und die notwendige Erfahrung hinsichtlich der verschiedenen Operationsverfahren und können so die für den Patienten am besten geeignete Therapie wählen.

Die Eingriffe erfolgen in einem hierauf spezialisierten OP-Saal im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes.

Nachsorge

Je nach Umfang des operativen Eingriffs empfehlen wir anschließend eine Teilbelastung von 20 kg an Unterarmgehstützen für mindestens 2 Wochen, häufig bis zu 6 Wochen. Während der Teilbelastung raten wir zur Thromboseprophylaxe. Für die ersten Wochen empfehlen wir häufig die Verwendung von Orthesen zur Limitierung der Beweglichkeit. Um einen optimalen Therapieerfolge zu erreichen, sollte die individuell festgelegte und initial begonnene Physiotherapie regelmäßig ambulant weiter durchgeführt werden.

Spezialisten

  • Portrait von Dr. med. Yannic Bangert

    Dr. med. Yannic Bangert

    Leitender Orthopäde am Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar
    Teamarzt TSG 1899 Hoffenheim

    Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
    Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
    Sportmedizin

    Schwerpunkt

    Gelenkerhaltende Chirurgie des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks